Folge 7 – Der Visionär mit kontrolliertem Chaos: Felix Moll
Shownotes
Website Moll Bedachungen und Bauklempnerei GmbH:
Felix Moll auf Instagram:
https://www.instagram.com/diedachdeckerei/
Felix Moll auf Facebook:
https://www.facebook.com/MollBedachungen/
Kreishandwerkerschaft Niederrhein
Website:
https://www.kh-niederrhein.de/
Insta:
https://www.instagram.com/kreishandwerkerschaft_niederr/
Facebook:
https://www.facebook.com/KreishandwerkerschaftNiederrhein
Intro-Musik von Ikoliks via pixabay https://pixabay.com/de/users/lkoliks-48415707/
Transkript anzeigen
00:00:01: Herzlich willkommen bei Meisterstücke, dem Podcast der Kresshandwerkerschaft Niederrhein.
00:00:18: Hier lernt ihr die spannendsten Handwerkerinnen und Handwerke aus der Region kennen.
00:00:23: Wir sprechen mit den MacherInnen von nebenan.
00:00:26: Bereit?
00:00:27: Dann los!
00:00:46: Felix Moll verbindet traditionelles Handwerk mit sehr moderner Technik und ich freue mich sehr, dass wir ihn heute in unserem Podcast haben.
00:00:56: Herzlich willkommen, Felix Mollen!
00:00:58: Vielen Dank!
00:00:59: Ich freu mich auch, dass ich heute mit dabei sein kann von mir bzw.
00:01:04: von unserem Betrieb berichten kann?
00:01:05: Ja, genau darüber wollen wir sprechen über das Dachdeckerhandwerk, über deinen Weg ins Handwerk und deine ehrenamtlichen Aktivitäten all das was du so tust und das ist eine ganze Menge!
00:01:17: Mein Name ist Georg Balsen und ich darf durch diesen Podcast führen und die Fragen stellen dass in der coolsten Location die wir bisher hatten In unserem Podcast, denn wir sind nicht in einem Büro.
00:01:32: Wir sind nicht im Aufenthaltsraum sondern wir sitzen hier gerade mitten in eurer Halle und das hast du mit einem Mitarbeiter eben mal kurz in zwei drei Minuten so hergerichtet.
00:01:45: Hier sind jetzt gerade tolle Strandliegestühle, auf denen wir sitzen.
00:01:52: Wir haben ein paar Europaletten als Dich aufgebaut.
00:01:55: Hier stehen zwei Flaggen, Moll-Bedachungen und Bauklempnerei also alles perfekt.
00:02:01: und sollte zwischendurch irgendwie mal einen Gabelstabler hier durch die Gegend fahren.
00:02:05: Wären wir das hören?
00:02:06: Aber das ist dann halt so!
00:02:08: Ja... Auf Deiner Website, auf eurer Website.
00:02:13: da steht über Felix Moll Lenkt das M-Team.
00:02:19: Strategie im Kopf, Ideen im Gepäck, Gutachterblick und Leadership Power.
00:02:24: Treibt Innovation voran, klar mutig, zukunftsorientiert.
00:02:29: Schon starker Tobak!
00:02:31: Ja, also man muss dazu sagen meine Schwester betreut unser Unternehmen im Bereich des Marketings und ja sagen wir die kennt mich natürlich viel besser als manch anderer.
00:02:41: Und hat natürlich geschaut dass so die wesentlichen Punkte auf unserer Homepage auch richtig aufgeführt werden.
00:02:50: Wenn du dich selbst in drei Sätzen beschreiben solltest was würdest du sagen über dich?
00:02:57: Also vielleicht Erste Step, Visionär.
00:03:00: Also ich versuche schon immer sehr in die Zukunft zu schauen und versuche mein Unternehmen auch wirklich mal sehr zukunftssicher zu gestalten und mit der neuesten Technik zu arbeiten.
00:03:10: Dann vielleicht auch ein bisschen chaotisch.
00:03:12: Also wer mich kennt, gerade hier von meinen Mitarbeitern weiß das, sagen wir mal Visionen und vielleicht auch mal ein bisschen kontrolliertes Chaos oft einhergehen.
00:03:21: Deswegen bin ich auch sehr froh dass ich dann extrem gutes Team hinter mir habe was ja ich sage mal da auch mit umzugehen weiß Und dann vielleicht noch so eine ganz ganz kleine Portion von Größen waren.
00:03:37: also ich wäre natürlich heute nicht da wo es sind wenn ich nicht immer weiterkommen wollen würde im Leben.
00:03:42: Das heißt, ich habe halt schon immer so ein bisschen das Ziel, mein Unternehmen weiterzuführen und doch immer noch mehr erreichen zu
00:03:52: wollen.".
00:03:53: Du hast mit Anfang zwanzig die Meisterprüfung gemacht als Dachdeckermeister?
00:03:59: Du bist doppelter Meister muss man sagen, Dachdäcker-und Klemmtnermeister.
00:04:03: Genau ja!
00:04:05: Und hast dann mit zweiundzwanzig Jahren den Betrieb übernommen.
00:04:11: Dein Vater aufgebaut hat seit neunzigundachtzig, wenn ich es richtig im Kopf habe.
00:04:15: Dein Großvater war schon Dach-Täcker und als du übernommen hast mit damals zwanzig hatte der Betrieb fünf Mitarbeitende.
00:04:23: heute seid ihr um die sechzig das kann kein Zufall sein.
00:04:28: Ne genau.
00:04:30: Also sagen wir mein Vater hat meinen Werdegang natürlich maßgeblich immer mit gestaltet.
00:04:33: also Ich hab damals ein Schulpraktikum machen müssen.
00:04:37: Das habe ich bei der Stadtverwaltung gemacht und da habe ich wirklich zwei Wochen lang nur im Büro gesessen und irgendwelche Akten beklebt, das hat mir überhaupt nicht gefallen.
00:04:44: Da war natürlich klar, ich habe ja den Ferien schon immer mitgearbeitet als Dachdecker, dass ich auch wirklich Dachdäcker werde!
00:04:49: Ich habe die Ausbildung in einem anderen Betrieb gemacht, damals verkürzt als Geselle zu meinem Vater.
00:04:52: Dort habe ich noch ein bisschen Berufserfahrung gesammelt und bin dann bei uns der Bundesfachschule in Mainen und habe da dann erst den Dachdecker und dann dem Bauklempnermeister hinterhergemacht.
00:05:00: Und direkt im Anschluss, wenn sich wieder ein Betriebsalltag war, habe ich dem Betrieb meines Vaters sofort immer neben dürfen am Anfang noch meiner Mutter als Betriebeswurtern im Büro, die mich damit unterstützt hat.
00:05:12: Ich muss sagen, am Anfang wird oft gefragt wie ich das schaffe und man könnte dann nachts nicht schlafen.
00:05:17: Wenn man zu viel Stress hat mit so vielen Mitarbeitern.
00:05:20: aber bei mir war es genau andersrum.
00:05:21: also am Anfang mit fünf Mitarbeiter hatte ich wirklich extrem viel Stress.
00:05:25: wir hatten natürlich über die letzten thirty-two Jahre davor einen sehr großen Kundenstamm aufgebaut.
00:05:32: mein Vater hatte sich da wirklich einen sehr guten Ruf erarbeitet.
00:05:35: das heißt wir haben extrem viele Anfragen und Aufträge erhalten Und die konnten wir mit unseren fünf Mitarbeitern überhaupt nicht abwickeln.
00:05:42: Wir hatten halt viele Bestandskunden, wo ich ja auch gelernt habe nein da kann man jetzt nicht Nein sagen.
00:05:47: das heißt also wir standen halt immer vor dem Zwiespalt es gab noch keine klaren Prozesse.
00:05:51: alles spielte sich alle irgendwie dann im Kopf von meinem Vater meiner Mutter ab.
00:05:56: sie wusste natürlich genau wie was funktioniert nur so ein Betrieb übernimmt und noch keine Klaren Prozess für sich selber Als Unternehmer hat, war das schon sehr schwierig.
00:06:05: Ich habe am Anfang immer selber mit auf dem Dach gearbeitet die ersten Jahre und hab es beruhigt quasi nach Feierabend abends oder am Wochenende gemacht und erledigen dürfen.
00:06:14: Und das war natürlich eine riesengroße Belastung.
00:06:16: Und ich habe halt immer mehr gemerkt, dass ich zu viel Stress hatte aufgrund von zu viel Arbeit, zu vielen Anfragen Und deswegen habe ich mich dann seinerzeit auch mit Unternehmensberatern der Handwerkskammer Düsseldorf auseinandergesetzt und Unterstützung geholt, beraten lassen.
00:06:33: Ich habe den Entschluss gefasst mehr Mitarbeiter einzustellen damals zuerst mal das Ziel über zehn Mitarbeiter, dass ich dann voll Zeit im Büro bleiben konnte und damit quasi mich wirklich komplett um die administrativen Aufgaben beruhkümmern konnte und nicht mehr diesen Spagat zwischen Baustelle und Büro durchführen musste.
00:06:53: Die Auftragslage war weiterhin sehr gut, ich habe gemerkt dass das Konzept aufgeht.
00:06:58: dann hat auch irgendwann... hat meine Frau, oder jetzt meine inzwischen Frau die eigentlich gelernte Physiotherapeutin war.
00:07:08: Die hat dann quasi den Job meiner Mutter übernommen ist damit bei unserem Büro eingestiegen.
00:07:11: ich habe einen richtig, richtig guten Meister also inzwischen Prokurist und stellvertretenden Geschäftsführer der mir wirklich komplett den Rücken frei hält.
00:07:19: Der Christian und mit dem Team was ich da im Rücken hatte war das Wachstum natürlich weiter möglich.
00:07:26: Inzwischen ist es nach den Kindern so dass Meine Frau nicht mehr mit dem Unternehmen ist, aber dafür die Lebensgefährtheit.
00:07:32: Also die Frau meines Prokuristen im Bereich von der Buchhaltung, wo sie übernommen hat.
00:07:36: Wir haben inzwischen noch den Bruder unseres Prokuristens als Personalwesen bei uns eingestellt also sind wirklich nach wie vor durch und durch Familienbetrieb.
00:07:46: Mein Schwager ist als Projektleiter mit im Betrieb eingestiegen, ist inzwischen auch Dachdeckermeister.
00:07:52: Meine Schwester hat betreut uns komplett ganzheitlich im Bereich vom Marketing und hat unsere Homepage aufgebaut.
00:07:58: Und so hatten wir wirklich viele gute Faktoren, die da zusammengespielt haben und die uns in den letzten Jahren das Wachstum, was wir jetzt erlebt haben, auch wirklich so durchzuführen.
00:08:09: War das von Anfang an dein Ziel oder ist es im Laufe der Zeit, dieser Anfangszeit zu gekommen?
00:08:15: Du hast es gerade so geschildert.
00:08:18: Es war eigentlich ein bisschen aus der Not geboren weil du zu viel Stress und zuviel um die Ohren hattest in dieser Doppelfunktion noch selbst mit auf dem Dach gleichzeitig aber Unternehmen führen mit fünf Mitarbeitenden Büro machen.
00:08:33: Was war so der Auslöser?
00:08:35: Also irgendwann habe ich gemerkt, dass als wir dann angefangen haben auch wirklich richtige Prozesse aufzubauen.
00:08:40: Wir waren von Anfang an wirklich her Vorreiterbereich Digitalisierung und haben uns da sehr intensiv miteinander gesetzt und ich habe dann relativ schnell gemerkt das sich mit den guten Prozessen und dem digitalen Hilfsmittel auch mehr Mitarbeiter mit einem verhältnismäßig wenig Büropersonal gut delegieren kann bzw.
00:08:59: das auch gut gestemmt bekommen.
00:09:00: Hast du da mal ein Beispiel für einen solchen digitalisierten Prozess, was du damals eingeführt hast?
00:09:06: Ist ja auch schon jetzt vierzehn Jahre her.
00:09:08: Ja also wir haben damals wirklich angefangen, das weiß ich noch mit Christian und meiner Schwester gemeinsam wo die ersten Prozesse entwickelt hat.
00:09:15: Wir hatten damals einen Bruch gehabt.
00:09:17: damit bin ich zum Kunden gefahren habe die Aufmaße, habe ein paar Fotos mit einer Digitalkamera gemacht.
00:09:22: Dann hatte ich mein Buch, da habe ich dann ein kleines Skizze reingemalt.
00:09:26: Hab Dachziegel gezählt und hab halt irgendwie versucht mit dem Zollschock das Gebäudefort auszumessen.
00:09:31: Das Buch habe ich aber auch, wer weiß wie oft irgendwann mal beim Kunden liegen lassen... ...dann fragt man sich wieder, wo ist es jetzt gelandet?
00:09:37: Ist wir das stundenlang am Suchen!
00:09:38: Es gab nur einen Papierkalender der halt vor dem Computer vom Bildschirm lag.
00:09:44: wollte die Termine dann irgendwo erfasst waren.
00:09:45: Das heißt morgens früh musste man schon immer ganz genau schauen, sich alles wieder abschreiben, wie der heutige Tag dann ist.
00:09:52: Wir haben erst mal angefangen, wir haben früher begonnen mit dem papierminimierten Büro aus damals genannt wo wir dann wirklich angefangen haben.
00:10:01: versucht haben, einige analoge Prozesse die schon ganz gut funktioniert haben ins Digitale zu überführen.
00:10:07: Dann haben wir damals angefangen mit einem vernünftigen Projekt-Management, damals damit OneNote.
00:10:13: inzwischen sind wir da mit einem anderen Programm mit Asana am arbeiten und die ganzen Kundendaten noch mehr zu erfassen und auch Gesprächsprotokolle aufzuschreiben und wirklich uns darauf vorzubereiten dass wenn man mehr Personal im Büro hat das jeder Mitarbeiter wirklich Zugriff auf alle Daten hat.
00:10:29: Das ist ja heute wirklich das Ausschlag geben.
00:10:31: Nicht nur der Chef alles in seinem Kopf hat, sondern dass die Daten oder die Informationen vor den Baustellen der dem gesamten Personal zur Verfügung steht und das alle darauf zugreifen können.
00:10:45: Hast du das jemals vermisst nicht mehr selbst auf dem Dach zu sein?
00:10:50: Ja schon!
00:10:50: Also ich bin natürlich leidenschaftlicher Handwerker.
00:10:53: Es macht mir wirklich extrem viel Spaß also gerade das Dachdeckerhandwerk.
00:10:58: Ich versuche natürlich auch immer so eine gesunde Mischung hinzubekommen, also zwischendurch mal auf den Baustellen präsent zu sein.
00:11:04: Zumindest irgendwann nochmal mit meinen Kollegen irgendwo auf der Baustelle Probleme lösen zu können.
00:11:10: aber das ist jetzt inzwischen mal so ein Betriebsgröße auch mal nur bedingt möglich.
00:11:15: Wann warst du zuletzt auf dem Dach?
00:11:17: Ich habe selber produktiv mitgearbeitet wahrscheinlich vor drei Jahren oder fünf Jahren.
00:11:27: Ich bin gerade eben noch auf einer Baustelle gewesen, bin mit meinen Kollegen noch mal alles soweit durchgegangen und habe eine Baubesprechung mit den Architekten durchgeführt.
00:11:36: Jetzt haben wir die heißeste Woche bisher im Jahr.
00:11:39: Wir nehmen den Podcast auf im Juni.
00:11:42: Heute gehts sind nur knapp dreißig Grad an der Erde.
00:11:46: gestern waren es über dreißzig.
00:11:47: in den nächsten Tagen soll's auch wieder wärmer werden das heißt oben auf dem Dach.
00:11:52: Wie warm ist es da?
00:11:53: Fünfzig Grad, wie auch immer.
00:11:56: Und jetzt bist du dran!
00:11:57: Jetzt erzählen wir doch mal was das Tolle am Dachdeckerhentwerk ist.
00:12:03: Wir haben natürlich im Winter Schnee und Eis oft zu kalt.
00:12:06: Dann haben wir die Übergangszeit, die eigentlich von der Temperatur her genau richtig ist aber da regnet's halt sehr viel.
00:12:10: und dann haben wir den Sommer wo es dann in Anführungszeichen zu heiß ist.
00:12:14: Aber das weiß natürlich jeder Handwerker, der sich halt irgendwo auf seinem Beruf einlässt und wir versuchen jetzt bei den Temperaturen aktuell früher anzufangen.
00:12:21: also die meisten Teams fangen aktuell zwischen fünf und sechs Uhr morgens früh an so dass sie relativ schnell aus der Sonne wieder raus sind.
00:12:27: Wir haben hier bei uns in der Küche genügend Eis für alle Mitarbeiter dass wir nicht von der Arbeit dann irgendwo hier wieder zurück ins Lager kommen, das dann erstmal ein kühles Eis gibt.
00:12:35: Wir stellen natürlich die Getränke hier bereit.
00:12:37: Wir haben über die BG-Bau jetzt so Sonnenpakete mit Sonnencreme zur Verfügung gestellt bekommen, die wir jedem Mitarbeiter mit hingestellt haben und versuchen natürlich da jetzt auch irgendwie so ein bisschen mit unseren Kollegen im Austausch zu sein.
00:12:50: Und ja, so wie es halt mit den Temperaturen machbar ist, die Arbeiten dadurch zu führen.
00:12:54: Um die Sechzig Mitarbeitende habt ihr was ist so die Ausrichtung?
00:12:59: des Betriebs.
00:13:00: Ich glaube, wenn ich einen Neubau von euch gedeckt bekommen wollen würde hätte ich erst mal schlechte Karten oder?
00:13:08: Genau also wir kommen wirklich aus dem Privatkundenbereich.
00:13:10: Also mein Vater hat das Unternehmen schon so aufgebaut gehabt dass wir überwiegend Sanierung im Privat Kundenbereich durchgeführt haben.
00:13:16: Wir haben eine sehr starke Reparaturabteilung.
00:13:19: Das ist auch beim Dachdecker eigentlich immer so das, was die meiste Zeit im Tagesgeschäft kostet.
00:13:23: Kleinst Reparaturen kleinere Aufgaben und da haben wir wirklich eine extrem gute Abteilung aufgebaut wo auch zwei Leute hier bei uns im Innendienst sind Arne und Vanessa, die da wirklich einen tollen Job machen.
00:13:34: Und die restlichen Mitarbeiter sind natürlich aufgeteilt in verschiedenen Teams einmal für Gewerbebauten aber auch im Bereich der Sanierung und über die klassischen Ein- und Mehrfamilienhäuser Da ist es auch einig zu der Hauptbereich am besten für aufgestellt sind, für Sanierungen im Bestand.
00:13:51: Das heißt es gibt ein altes Dach?
00:13:53: Ein altes Haus mit einem alten Dach und irgendwann muss das neu gemacht werden.
00:13:58: Wie lange hält ein Dach?
00:13:59: also heutzutage werden die Dächer meistens nicht wegen der beschädigten Dachein Deckung oder so einen kaputten Dachziegel neu gemacht, sondern meistens weil die Isolierung darunter mangelhaft ist.
00:14:08: Also in den ersten Jahren gab es den Mindestwärmeschutz beziehungsweise Wärmeschutzverordnungen, wo also quasi schon Isolierung in den Gebäuden eingebaut wurde.
00:14:21: Das haben wir so vor, neunzehnundachtzig ist halt dann gar keine Wärmedämmung vorhanden und die Dächer werden jetzt inzwischen alle aufgrund der Wärmedämmung isoliert.
00:14:29: Und ich sage mal unser großer Vorteil ist natürlich dass wir aus dem Sachverständigenwesen sehr viel Expertise mit einfließen lassen können.
00:14:36: Sowohl dein Vater als auch du ihr seid öffentlich bestellte und für all diese Sachverständige im Dachdecker Handwerk?
00:14:42: Also mein Vater ist öfflich bestellt.
00:14:43: Ich bin selber noch nicht öfflig bestellt möchte auch bewusst nicht, da ich mich eher auf den Bereich des Versicherungswesens und Ausschreibenprojektierungen konzentriert habe.
00:14:55: In dem Bereich tätig bin, aber gerade diesen Bereich lassen wir natürlich bei uns in der Angebotserstellung maßgeblich mit einfließen.
00:15:03: Das heißt, bei uns gibt es nicht einfach nur das klassische Angebot.
00:15:06: Wir stellen wirklich für jedes Gebäude was wir sanieren das passende Konzept.
00:15:09: Das heisst überprüfen die Rettungswege und nach Landesbeordnung die Brandschutzbereiche zu den Nachbar-Gebäuden hin und erstellen entsprechende Konzepte.
00:15:17: Wir machen die Entfässerungsberechnungen also ob die Dachrennen richtig dimensioniert sind Windsoglastberechnung Befestigung der Dachziegel baufysikalische Berechnung, also wo liegt der Taubpunkt?
00:15:27: Kann es nachher Schimmel im Gebäude inneren geben?
00:15:29: und das ist auch das was mir am meisten Spaß macht.
00:15:31: Also die ganze Planung rund herum und da halt wirklich Expertise mit einfließen zu lassen Das sind Privatleute, die euch beauftragen.
00:15:40: Genau Ja.
00:15:42: Was ist heute die größere Herausforderung?
00:15:46: Kunden zu finden oder Mitarbeiter zu gewinnen?
00:15:50: Sowohl als auch, also wir haben uns mit unserem Unternehmen natürlich auf den sozialen Medien schon vor vielen Jahren angefangen zu zeigen.
00:15:58: Das finde ich so einer der wichtigsten Punkte das sagen mal der potenzielle Bewerber überhaupt erst weiß dass es dem Betrieb gibt und vielleicht ein paar Einblicke in den Betrieb zu gewähren, dass man noch einfach ein bisschen weiß worauf man sich einlässt.
00:16:11: aber auch bei Bauherren und Architekten merken immer mehr dass die auf unsere Social Media Kanäle zugreifen und sich da unsere Videos anschauen.
00:16:19: Seit dem letzten Jahr ist es auch bei uns hier zumindest in der Region für die Dachdecker von Auftragslage her etwas schlechter geworden.
00:16:26: Da spielt uns natürlich jetzt unser Marketing wieder sehr in die Karten, dadurch dass wir eine sehr gute Homepage haben und Marketingtechnik wirklich immer sehr präsent sind.
00:16:36: Wir sind auf vielen Veranstaltungen, man sieht es ja hier schon an den Fahnen weil wir da doch irgendwo unsere Firma darstellen können und präsendieren können was der Dachdecker macht.
00:16:44: Was sind das für Veranstaltung?
00:16:46: So Berufsorientierungs zum Beispiel ganz genau also wir sind um Auszubildende zu gewinnen sind wir auch berufsorientierung messen.
00:16:53: wir sind aber auch beispielsweise beim Fußballverein in Kurschenburg.
00:16:57: ist er aktiv Bambini, Pokalfinale oder beziehungsweise Fußballturniere stattfinden.
00:17:04: Dann haben wir da einen kleinen Stand dann werden Schieferjachtsing geschiefert, dann haben wir unseren Steiger vor Ort und fahren die Kinder dann hoch so dass sie sich das ganze ja den Fußballplatz mal von oben anschauen können und versuchen schon einen Blick in unser Handwerk zu geben.
00:17:18: Das sind ja Dinge die üblicher Weise am Wochenende stattfinden.
00:17:23: Ja genau Da bin ich auch froh, dass ich da wirklich so ein tolles Team habe.
00:17:26: Die einfach die Liebe zum Beruf haben und mich damit unterstützen.
00:17:30: Und ich sage mal ohne die wäre das überhaupt nicht machbar.
00:17:34: Auf welchen Plattformen seid ihr unterwegs als Betrieb?
00:17:38: Also überwiegend im Bereich Instagram und Facebook.
00:17:42: Es werden aber immer wieder bei TikTok Videos mit hochgeladen.
00:17:46: YouTube hat sich der Arten noch ein bisschen außen vor gelassen und dass natürlich wieder andere Formate sind.
00:17:51: Und da müssen wir uns dann auch nochmal etwas mehr darauf einstellen.
00:17:55: Du hast gesagt, dass das für deinen Betrieb eigentlich unabdingbar ist heute.
00:18:01: Kann man das vorallgemeinern?
00:18:03: Ich denke schon weil in der heutigen Zeit wir haben einen Fachkräftemangel also es wird immer schwieriger die richtigen und guten Mitarbeiter zu finden und sagen mal der Großteil der Mitarbeiter auf den sozialen Medien unterwegs bis in die hohen Altersgruppen Und es ist schon wirklich sehr, sehr wichtig dass man da so ein bisschen präsentiert.
00:18:23: Also wir zeigen beispielsweise in unseren Videos unsere Baustellen Wir zeigen so ein bissel worauf's uns ankommt und wir versuchen natürlich auch die Qualität zu vermitteln.
00:18:31: Das heißt das wird auch immer auf den Bereich Brandschutz eingehen und auf die technischen Details eingehen sodass auch wirklich potenzielle Bewerber sofort wissen wo unser Fokus ist wie wir hier arbeiten und worauf sie sich hier wirklich einlassen.
00:18:44: Muss heute ein Betriebsinhaber, ein Handwerksunternehmer oder Unternehmerinnen auch so'n bisschen Content-Creator sein?
00:18:52: Ja also ich hab natürlich das große Glück mit meiner Schwester.
00:18:55: Dass sie mich da ja maßgeblich unterstützt die Videos schneidet und das Ganze... Also mich da wirklich komplett mit betreut.
00:19:02: Es ist eigentlich relativ einfach machbar.
00:19:04: Ich habe auf viele Videos schon selber.
00:19:06: Man sieht's halt meistens an etwas schlechteren Qualität aber viele Videos selber dann um bearbeitet und hochgeladen muss halt einfach machen.
00:19:12: Ich finde immer, man darf nicht meckern.
00:19:15: Man muss halt erstmal was versucht haben.
00:19:17: und das ist ja immer der klassische Faktor Zeit den ich von jedem Kollegen halt irgendwo vorgehalten bekomme dass es halt immer wieder heißt wie soll ich das noch schaffen?
00:19:27: Und das war doch der Grund warum wir halt so gewachsen sind damit wir einfach die zeit haben nimmt wer's richtige Personal an der richtigen stelle haben uns darum kümmern können.
00:19:35: Und also wer heute irgendwo das Problem mit Fachkräften hat, der kommt an einem Social Media Account wirklich nicht drum herum.
00:19:41: Ich finde es halt sehr schade!
00:19:42: Es gibt halt viele Recruiting-Agenturen.
00:19:45: Da bin ich kein großer Freund von.
00:19:46: Das ist ja nur noch ein Hin und Her abwerben von Söldnern... Und das Geld, was man irgendwo für Recruiting-Agenturen investiert ist für mich nicht nachhaltig angelegt.
00:20:01: Man sollte halt lieber dahin gehen und sollte sich einen vernünftigen, nachhaltigen Social Media Account aufbauen vielleicht dann irgendwie eine Agentur damit zugrunde oder mit heranziehen die dann vielleicht das Ganze irgendwann am Anfang mit aufbaut.
00:20:13: So habt ihr, glaube ich angefangen.
00:20:15: Am Anfang hattet ihr eine Agentur?
00:20:17: Ja ganz genau!
00:20:18: Wir hatten am Anfang wirklich auch eine sehr gute Agentur, die uns damit unterstützt hat und Videos mitgeschnitten hat und da auch einige virale Videos erstellt hat, die wir uns natürlich dann noch erstmal weit nach vorne gebracht haben.
00:20:29: Das heißt du warst aber dann von Anfang an bereit Geld in die Hand zu nehmen um das zu pushen.
00:20:36: Das war jetzt nichts was irgendwie nur nebenbei lief Ja, ganz genau.
00:20:40: Also für mich war immer das Marketing extrem wichtig weil ich mir immer gedacht habe es gibt natürlich wirtschaftlich immer auf und ab und die Lage wie sie in den letzten Jahren war dass halt wirklich ein Überangebot von Aufträgen da war.
00:20:59: Da war mir schon klar, dass das nicht ewig so anhalten wird.
00:21:02: Das war auch ein bisschen der Grund warum ich den Fokus mit aufs Wachstum gelegt habe weil ich denke, dass die kleinen Betriebe es immer schwerer haben werden in der nahen Zukunft.
00:21:13: Wir haben natürlich ab einer gewissen Größenordnung andere Einkaufsmöglichkeiten.
00:21:16: wir können uns natürlich da auch Marketingtechnik da ganz anders aufstellen und ganz anderes Budget für das Marketing zur Verfügung stellen.
00:21:23: Wir können die Kunden ganz anders betreuen, als es jetzt irgendwo der vier oder fünf Mann Betrieb machen kann.
00:21:28: Wo der Chef den ganzen Tag selber mit auf dem Dach sein muss und das ist natürlich so ein Fokus in dieser schnellliebigen Zeit.
00:21:34: Es ist ja schon so dass die Bauherden immer mehr Dokumentation haben möchten.
00:21:40: Die möchten immer mehr mit eingebunden werden.
00:21:43: Die holen sich immer mehr Informationen selbst über KI-Programme oder ähnliches Mit einem ganz anderen Beratungsbedarf zu.
00:21:53: uns in dem Betrieb haben wir schon viel, viel mehr im Vorfeld recherchiert und wollen natürlich auch wenn irgendwo Rückfragen kommen.
00:22:00: Es kommen viel, viele Rückfrage als es früher der Fall war dementsprechend schneller und besser betreut werden.
00:22:06: Vielleicht als Tipp für deine Kolleginnen und Kollegen aus dem Handwerk zum Thema Social Media?
00:22:11: Welche Beiträge funktionieren am besten?
00:22:14: Man muss sich natürlich selber damit identifizieren können.
00:22:17: also ich bin jemand... Mir macht halt einfach die Technik extrem viel Spaß, deswegen erzähle ich auch sehr viel über die Techniken.
00:22:24: Die Technik in deinem Handwerk?
00:22:25: Nicht die Technikkvideos?
00:22:28: Ganz genau, ja ganz genau!
00:22:29: Also ich erzähle natürlich sehr sehr viel und sehr gerne von Dächern und warum wir welche Details wie ausführen.
00:22:35: aber ich finde da sollte halt jeder so ein kleines bisschen experimentieren und schauen.
00:22:39: also man muss sich jetzt für Social Media oder man sollte sich nicht verstellen sondern man sollte halt wirklich schauen Was ist mein Fokus im Betrieb?
00:22:47: Es gibt Kollegen, die legen wirklich einen sehr großen Wert auf ihren Fuhrpark oder für ihre Autos und sind halt wirklich total hinterher.
00:22:56: Dass die Autos mit den tollsten Regalen ausgestattet sind um das finde ich auch richtig schön.
00:23:02: Das ist auch echt klasse!
00:23:03: Und da fühlst du es auch sehr gut wenn die Kollegen dann sehr viel darüber berichten.
00:23:07: Das kannst du auch zeigen und da sollte halt jeder schauen was so Aushängungsschild oder von seinem Betrieb oder der Person selber ist und wo sie am besten und am sichersten drüber berichten kann.
00:23:19: Gehen wir noch mal zum Thema Digitalisierung, das ist für dich ja, du hast es eben schon erzählt nicht irgendwie ein Schlagwort sondern gelebte Praxis und da bist du sehr weit vorne was die Dinge angeht.
00:23:36: Du bist auch Digitalisierungsexperte im Bereich des Dachdeckerverbandes Nordrhein.
00:23:44: Wie sieht Digitalisierung deiner Betrieb heute aus?
00:23:47: Also inzwischen ist es ja so, dass wir nicht mal mehr bei Digitalisierungen sondern wirklich noch über KI sprechen.
00:23:52: ich glaube das ist jetzt inzwischen das neue Unwort.
00:23:56: Wir haben natürlich jetzt über viele Jahre versucht, unsere ganzen Prozesse komplett digital umzustellen und alles wirklich mit digitalen Hilfsmitteln zu erstellen.
00:24:05: Und jetzt ist es so dass wir mithilfe von KI einige Prozesse automatisieren.
00:24:12: Wir haben bei unserem Betrieb beispielsweise verschiedene Insellösungen, weil wir noch nicht alle über den Heiligen Graal oder so das eine Programm was alles abdecken kann.
00:24:21: Wir habe es leider noch nicht gefunden aber haben uns die verschiedenen Insellösungen also die verschiedenen Einzelprogramme, die wir für verschiedene Bereiche nutzen jetzt mittels KI miteinander verknüpft.
00:24:31: Das heißt dass wir da nicht mehr das Problem haben einen Bauherren doppelt oder dreifach anlegen zu müssen sondern dass das wirklich über der KI erledigt wird.
00:24:39: Inzwischen jede Mail, die halt irgendwo von mir versendet wird, wird mit KI erstellt.
00:24:44: Also ich spreche alles nur noch ein und tippe eigentlich so gut wie gar nicht mehr und habe natürlich dadurch schon riesengroßen Zeitfaktor.
00:24:51: also das merkt man wirklich enorm dass man diesen ganzen Hilfsmitteln in ganz der Recherchearbeit zusammenfassungen dass man da halt ganz ganz andere Möglichkeiten hat.
00:25:03: Und ich finde auch gerade bei größeren Auftraggebern haben wir inzwischen schon die Möglichkeit auf Augenhöhe zu kommunizieren, was früher nicht der Fall war.
00:25:12: Ich kann mich noch an meine ersten größeren Projekte erinnern wo ich als Handwerker dann irgendwo einem Architekten, einem Diplomingenieur, einem Rechtsanwalt vielleicht einen Betriebswirt gegenüber saß und dann irgendwie verhandelt habe.
00:25:25: Es gab dementsprechende Vorbemerkungen in den Angeboten.
00:25:30: Heutzutage werde ich das Ganze im Vorfeld mit KI aus, überprüfe halt wirklich was es rechnet.
00:25:34: Was ist nicht rechtens und kann halt schon ganz ganz anders in irgendwelche Besprechungen gehen bzw.
00:25:39: die Verhandlungen gehen?
00:25:40: Ich bin mir da an meiner Sache einfach viel viel sicherer und das finde ich halt schon wirklich toll!
00:25:46: Das beschränkt sich ja bei euch nicht nur auf Prozesse und auf Recherche.
00:25:50: Du bist ja seit vielen Jahren auch dabei das Dach selbst smart zu machen.
00:25:55: Ganz genau also... Durch das Sachverständigenwesen hat mich natürlich immer schon mehr interessiert.
00:26:01: Also was ist unterm Dach überhaupt los?
00:26:02: Dadurch, dass ich sehr viel ehrenamtlich auch in den Pfarrausschüssen mit tätig bin... Ich habe immer gedacht okay wie warm und kalt ist es unter dem Dach?
00:26:11: welcher Dachziegel ist bei welcher?
00:26:28: kann natürlich auch im Flachdach oder an der restlichen Gebäudehülle, beispielsweise unter Fußbodenheizungen, in Sockelbereichen etc.
00:26:34: mit eingesetzt werden.
00:26:36: und damit sammeln wir inzwischen über die Sensoren ganz viele Daten von den Dächern und können dann inzwischen natürlich auch mit KI die Gebäuden auswerten bzw.
00:26:45: die Dachflächen auswertet.
00:26:47: Das heißt ihr könnt mit eurer Technik feststellen das Dach ist dicht oder halt undicht?
00:26:53: Ja!
00:26:53: Ganz genau Die Krux bei dem Ganzen ist natürlich gerade im Steildachbereich.
00:26:59: Nicht jeder Tropfen Wasser, der unter den Dachziegeln ist, ist eine Leckage.
00:27:02: Beispielsweise feiner Flugschnee wird unter die Ziegel gedrückt oder geweht und kann dann da das ganze Dach genieselt hat.
00:27:09: Dann kommt auch drepfelweise Wasser unter der Dachanleckung raus und tropft durch.
00:27:14: Und diese Feuchtigkeit ist natürlich keine Leckages.
00:27:16: Deshalb wie ein Algorithmus entwickelt haben, die halt wirklich überprüft... Ist da jetzt wirklich gerade aktuell eine Feuchtigkeit oder hat das ganze andere Ursachen?
00:27:24: Ihr habt dafür ein Startup gegründet.
00:27:26: Ihr, dass seit dem Fall du und deine Schwester Anne ist es so, dass ihr sowohl die diese Sensoren herstellt als auch dann die entsprechende Software, die das Ganze auswerte zusammenbringt mit anbietet.
00:27:43: Und wer sind eure Kunden?
00:27:45: Also wir sind aktuell in der Pilotphase.
00:27:46: Das heißt gerade die Kleinserie am produzieren.
00:27:49: Die war dann über ausgewählte Betriebe deutschlandweit erst mal einbauen lassen.
00:27:54: Dachdeckerbetrieb also Kollegen von?
00:27:55: Ganz genau, ja ganz genau.
00:27:56: Spiel natürlich jetzt auch unser großes Netzwerk was wir uns in den letzten Jahren aufgebaut haben sehr mit Indikaten dass wir da wirklich sehr gute Kollegen haben die das ganze jetzt an speziellen Gebäuden für uns testen können.
00:28:08: Wir möchten damit natürlich gerade Gebäudeansprecher oder Eigentümer von Gebäuden ansprechen, große Hausverwaltungen die viele verschiedene Objekte zum Beispiel der Betreuung haben aber auch das normale Einfamilien- oder Mehrfamilenhaus.
00:28:21: Oftmals in den größten Städten sind die Dachflächen ja kaum einsehbar.
00:28:24: Es gibt oftmals große Vollgeschäden, wenn irgendwo zum Beispiel einen Dachziegel gebrochen ist, wenn halt irgendwo durch den Sturm die Dacheinleckung beschädigt ist.
00:28:33: und dann ist natürlich auch immer das große Problem der Handwerker also wenn da ein Schaden da ist.
00:28:37: Da muss natürlich erst mal lokalisiert werden, also in welchem Bereich vom Dach ist das Ganze?
00:28:41: Dass man da jetzt nicht stundenlang noch suchen muss, welcher Dach-Ziegel wirklich beschädig ist.
00:28:45: Und oftmals ist es so, wenn ich jetzt mal an die Vergangenheit denke Bevor wir wirklich alle Prozesse bei uns so gut aufgestellt hatten, dann haben wir den Kollegen rausgeschickt und gesagt ja, dem mal alles an Todnacht-Siegel oder Betonnachtsstellen mit.
00:28:58: Und gucken wir mal was für ein Dachziegler drauf ist?
00:29:00: Wir möchten natürlich dem Handwerker auch einen Mehrwert bieten also dem Dachdecker.
00:29:05: Das heißt wenn er halt den Schaden dann irgendwie bearbeitet, wenn es zu einer Likage gekommen ist hat der auch wirklich noch ein Service von uns dabei dass er Informationen, die er benötigt für die Schadensreparatur
00:29:14: etc.,
00:29:14: dann auch von uns mitgeteilt bekommt.
00:29:16: Das heißt also wir machen die komplette Auswertung des Schadends und wir möchten natürlich dann schauen dass der Handwerker den Schaden nachher behebt noch wirklich das ganze schnellstmöglichen effektiv durchführen kann, stellen ihm da ganz viele Daten zur Verfügung.
00:29:30: ja und der Bau her hat natürlich auch seine Zugangsdaten, der kann also immer über seine App schauen.
00:29:36: ist mein Dach gerade trocken es ist nass und ist dann da oben auf der sicheren Seite.
00:29:41: Wie ist da so der zeitliche Horizont, wenn du sagst das seit dem Moment in der Pilotphase?
00:29:46: Wann geht er damit konkret dann in die Vermarktung?
00:29:49: Also wir möchten wahrscheinlich dieses Jahr noch in die zumindest jetzt von der Kleinserie etwas größere Produktionsstaaten, sodass wir da auch wirklich mehr Gebäude ausstatten können.
00:29:59: Du hast es eben schon gesagt, du hast ein großes Netzwerk.
00:30:01: Du bist sehr engagiert in deinem Handwerk, in der Handwerksorganisation und du bist ein großer Fan von Innung!
00:30:10: Ja warum?
00:30:12: Also es steht eigentlich für mich so überhaupt nichts zur Debatte weil ich bin Dachdeckermeister und habe mich selbstständig gemacht als Dachdachmeister.
00:30:21: Unser Handwerk dürfen nur in die Handwerksrolle eingetragene Dachdeckermeister durchführen.
00:30:27: Das heißt also ich habe einen gewissen Schutz und eine Spielregel, das nicht jeder hat es im Solarbereich gesehen.
00:30:34: dort gab's ja eine Zeit lang keine handwerkliche Regelung.
00:30:37: das heißt jeder konnte Morgens aufstehen und sagen, heute baue ich Solaranlagen.
00:30:42: Und die Qualität hat gezeigt, dass das nach hinten losgegangen ist.
00:30:45: Es gab jetzt wirklich sehr viel beschädigte mangel auf der Dächer.
00:30:48: Das ist der große Vorteil bei unserem Dachdeckerhandwerk.
00:30:50: Wir müssen Dachdekermeister sein damit wir unser Gewerk ausführen dürfen.
00:30:56: Dann habe ich ein Fachregelwerk vom Deutschen Dachdecke-Handwerk.
00:30:59: Also es ist ja so aufgebaut wie in den Innungen.
00:31:00: dann haben wir die Landesverbände im Zentralverband.
00:31:03: Unser Zentral Verband hat verschiedene Faktausschüsse und darüber werden die Regelwerke hergestellt.
00:31:08: Die Regelwerke sind meine Grundlage.
00:31:11: Wenn ich danach arbeite, dann bin ich immer auf der sicheren Seite bzw habe die Sicherheit, dass ich die Mindestanforderung eingehalten habe damit mein Dach nachher entweder regensicher oder regendicht im Flachtdachbereich ist.
00:31:23: und wenn irgendwo zu einem Streitfall mit dem Bauherren kommen sollte, dann habe ich eine Vertragsgrundlage.
00:31:29: Das heißt Ich habe ein Regelwerk an dem ich bemessen werden kann und wenn ich danach gearbeitet habe, dann hab' ich auch einen Anspruch auf meine Vergütungen Und diese ganzen Faktoren sind ja für mich ganz eindeutig, das heißt ich habe meine Meisterpflicht.
00:31:44: die ich auch halten muss und ich habe mein Fachhegelwerk vom deutschen Dachdeckerhandwerk.
00:31:48: Also, ich hab wirklich die kompletten Grundlagen wie ich meine Dächer zu erstellen habe mit allen Details, mit allem was dazugehört.
00:31:56: und deswegen ist es für mich ganz klar, muss ich Innungsmitglied sein?
00:31:59: Weil wenn nicht kein Innungsmitglied wäre dann hätte ich ja diese ganzen Vorteile gar nicht.
00:32:02: und nehmen wir an es gäbe jetzt keine Innung mehr dann gibt's wahrscheinlich nur noch Herstellerrichtlinien da gibts vielleicht auch irgendwann nur noch den keinen Dachdecker-Meisterbetrieb mehr, sondern dann gibt es nur den Verlegepartner vom Hersteller.
00:32:15: Den Montagepartner, dann gäbe es nicht mehr die Firma Moll Bedachung, sondern da gäbe ich nur noch den großen Herstellernamen von einem Bedachungshersteller und dann werden wir halt quasi nur noch die Lohnverleger.
00:32:29: Und davor schützen wir uns dadurch dass wir Erinnerungsmitglieder
00:32:32: sind.".
00:32:34: Mit der Zeit ist das eine!
00:32:36: sich darüber hinaus zu engagieren für die Organisation ist ja das andere.
00:32:41: Du bist stellvertretender Obermeister der Dachdeckerinnung im Rheinkreis Neus, du bist Vorstandsmitglied der Union in dem Handwerk im Kamerbezirk Düsseldorf, Vorstandsmitglied im Dachdeckerverband Nordrhein da auch Vorsitzender der Gilde.
00:32:57: Das ist glaube ich so ein Zusammenschluss der jüngeren Dachdäckerinnen und DachDäckermeister.
00:33:06: Und bestimmt habe ich noch einiges vergessen oder jetzt nicht erwähnt.
00:33:10: Wo kommt, dass die Motivation her sich in diesem Maße ehrenamtlich dann auch zu engagieren für das eigene Handwerk?
00:33:21: Also ich hab dir die Wiese... Ich möchte nicht meckern bevor ich versucht habe etwas zu ändern.
00:33:28: und wenn ich mitgestalten kann und mitentscheiden kann und das wird einem im Handwerk wirklich einfach gemacht also Die Möglichkeit bekommen über die Innung, über den Landesverband da maßgeblich die Zukunft in unserem Werk mitzugestalten.
00:33:46: Das macht unglaublich Spaß und ich kann natürlich dann auch meine Visionen meinen Ideen mit einfließen lassen.
00:33:53: Ich glaube diese Möglichkeit hat man sonst nirgendwo aus dem Handwerk.
00:33:57: Was gibt dir das Ehrenamt dieses ehrenamtliche Engagement persönlich vielleicht zurück?
00:34:05: Also ich habe natürlich keine Einbahnstraße.
00:34:08: Also wenn ich überlege, alleine über den Landesverband was ich dafür tolle und wichtige Beziehungen bekommen habe und gepflegt habe also ich sage mal an meinen Sachverständigenkollegen und sagen wir auch inzwischen zweiten Lehrmeister dem meinem Vater in den Rossbrüch denke der mir wirklich super viel mit beigebracht hat in den letzten Jahren.
00:34:30: Ich hab von vielen Vorstandskollegen auch gerade in meiner Wachstumsphase, also in den letzten zehn Jahren.
00:34:36: Das war natürlich auch nicht immer alles einfach und ich habe sehr viel Feedback von Leuten bekommen mit viel Berufserfahrung, die mich da wirklich sehr unterstützt haben, die mir immer wieder hilfreiche Tipps gegeben haben.
00:34:48: Die mir halt immer wieder auch gesund mich ermutigt haben ja das hatten wir auch.
00:34:51: und weitermachen und ich glaube ich wäre heute nicht da wo ich jetzt bin wenn wenn das nicht alles so ineinander gegriffen hätte.
00:34:59: Also, wenn ich nicht diese tollen Beziehungen gehabt hätte, womit Sicherheit auch mal der eine oder andere wirklich gute Auftrag war rausgekommen ist und vor allen Dingen das ganze technische Know-how was sich darüber noch zusätzlich erlangt habe und natürlich auch wenn ich jetzt an die Handwerksunion von Handwerkkammer Düsseldorf denke wo wir durch verschiedene Handwerkbetriebe gehen uns auch andere Gewerke anschauen dann nimmt man ja auch überall wieder positive Eindrücke mit, was man dann auf sein eigenes Gewerk irgendwo mit projizieren kann und im Lager dann wieder optimieren kann, anpassen kann.
00:35:34: Und so kann man einfach viele Fehler die man nicht selber machen muss sondern wo man halt von Anfang an schon irgendwo von seinen Kollegen drauf hingewiesen wird und schon viel dazu lernen
00:35:42: kann.".
00:35:43: Du hast gesagt dass du oft der einen Seite als ja immer noch heute immer noch jüngerer Handwerksunternehmer und vor zehn Jahren war das ja nochmal eine andere Richtung bis jetzt siebenunddreißig?
00:35:55: wenn ich es richtig im Kopf habe, dass du von den anderen gelernt hast.
00:36:00: Auf der anderen Seite bist du ja jemanden, der das eigene Unternehmen nach vorne treibt mit ganz vielen neuen Ideen, visionär hast du gesagt?
00:36:10: Gab es da auch schon mal Vorurteile, sagen wir mal, der Altforderen?
00:36:15: Ja also ich denke... Am Anfang, als ich angefangen habe mit meiner Digitalisierung.
00:36:21: Da hieß es natürlich auch immer machen das wird sich so alles eh noch nicht durchsetzen Wir decken ja immer noch Dächer.
00:36:29: Dann natürlich auch das Wachstum was wir an den Tag gelegt haben Ja lass den mal machen Der wird schon wieder auf dem Boden zurückkommen.
00:36:37: Und jetzt wo wir halt wirklich geschafft hat man's nie.
00:36:40: aber Wir haben uns natürlich in den letzten Jahren hier wirklich etwas aufgebaut und jetzt merkt man halt schon dass Die Kollegen natürlich auch merken, was der da gemacht hat.
00:36:49: Das war doch zielführend und das war wahrscheinlich doch alles gar nicht so verkehrt.
00:36:55: Es finde ich auch sehr schön.
00:36:56: also jetzt kommen wirklich viele Kollegen auf uns zu die halt ein Austausch zu uns suchen Und wo man sich dann wirklich auf Augenhöhe austauschen kann, besprechen kann wie macht wer was.
00:37:07: Das ist halt auch schön dass wir doch jetzt das Wissen was wir uns da aufgebaut haben oder die Fehler die wir gemacht haben an andere weitergeben können und dass die natürlich entsprechend diese Fehler vermeiden.
00:37:18: Stichwort Fehler?
00:37:19: Was war der größte Fehler den du gemacht hast?
00:37:24: Boah es ist eine gute Frage.
00:37:26: also da waren mit Sicherheit viele mit dabei him während des Unternehmensaufbaus.
00:37:31: Also ich habe beim Bereich der Digitalisierung ganz oft irgendwo Schritte nach vorne gemacht, dann wieder zurück.
00:37:38: Also weil wir halt irgendwann falsche Programmauswahl getroffen haben oder vielleicht auch mal viel Geld versenkt haben.
00:37:44: also wir haben uns erst einen riesengroßen Server hier bei uns gebaut und dann gemerkt dass die Rechenleistung jetzt mit KI und allem doch nicht ausreicht.
00:37:50: das heißt da haben wir auch sehr viel Geld irgendwo in Anführungszeichen verbrannt.
00:37:54: ja aber das gehört dazu.
00:37:56: Du hast gesagt, dass sich aufgrund eurer Social Media Aktivitäten auch viele junge Leute für den Betrieb und das Dachdecker-Handwerk interessieren.
00:38:04: Dass ihr ganz viel unterwegs seid auf Berufsorientierungsmessen – und im Grunde ja schon die ganz Kleinen ein bisschen anfüttert bei den Veranstaltungen!
00:38:14: Warum sollte ich, wenn ich jetzt heute vierzehn, fünfzehnt, sechzehn oder siebzehn wäre, dringend Dachdicker werden?
00:38:22: Es ist ein super vielseitiger Beruf, also wir haben wirklich kaum einen Tag, wo die gleichen Arbeiten machen.
00:38:28: Also es gibt glaube ich kaum ein Gewerk was so umfangreich ist und man muss sich natürlich auch mal bisschen Gedanken machen welcher Jobs wird's in Zukunft überhaupt noch geben?
00:38:36: Und bei uns auf dem Dach so gerade bei den Reparaturarbeiten Der Bestand ist natürlich sehr vielseitig.
00:38:43: Also wir haben ganz, ganz viele verschiedene Materialien und wir müssen natürlich immer das richtige Material vor Ort dann für die passende Ecke finden und muss natürlich da noch die handwerkliche Ausführung dahingehend immer wieder anpassen.
00:38:53: Und ich denke dass wir auch in den nächsten Jahrzehnten Roboter zur Unterstützung erhalten werden, die uns irgendwann Sachen mit Zuliefern Anreichungen machen werden und das Material dann irgendwo auch mit transportieren.
00:39:07: Dennoch denke ich dass es Dach der Handwerk einer der letzten Berufe sein wird, die dann irgendwo der KI zum Opfer fallen werden.
00:39:16: also deswegen bin ich mir da extrem sicher, dass wir einen der sichersten Berufen überhaupt haben.
00:39:20: Der Mensch braucht ein Dach über dem Kopf.
00:39:22: Richtig ganz genau.
00:39:24: Ihr habt was ganz Spannendes gemacht.
00:39:26: Im letzten Jahr eine Art Onboarding, so heißt der neue deutsche Begriff für die neuen Auszubildenden, die dann im Sommer anfangen.
00:39:35: Was habt ihr da gemacht?
00:39:37: Also wir versuchen natürlich auch immer ständig unsere Prozesse hier etwas weiterzuentwickeln und das ist auch irgendwo.
00:39:43: von dem Kollegen wo ich das mitbekommen hatte fand ich eine ganz tolle Aktion Und wir sind wirklich hingegangen und haben hier mit unserem Lager-Mitarbeiter eine Woche lang versucht, unseren neuen Azubis die neu angefangen haben erstmal die Basics mit beizubringen.
00:39:58: Das heißt also Wir haben die Elektrogeräte, die wir verwenden erst mal vorgestellt Sicherheitsunterweisungen gemacht und die Jungs dann erstmal geschult.
00:40:06: Wir haben verschiedene Werkstoffe erstmal versucht den Jungs beizubringen, sodass wir erstmal so Grundverständnis hatten.
00:40:14: Wir haben unser ganzes Lager erklärt und haben wirklich den Jungen ganz genau gezeigt wo steht hier was?
00:40:19: Und haben uns mal richtig Zeit genommen unseren neuen Kollegen einen vernünftigen Einstieg zu geben.
00:40:25: weil oftmals ist es ja so die beginnen kennen noch nicht die verschiedenen Hammer oder die verschiedenen Scheren einfach das unterschiedliche Werkzeug.
00:40:32: der Geselle schickt dann irgendwo den Azubi los und er kommt mit dem falschen Werkzeug wieder.
00:40:37: Das ist glaube ich so der Klassiker den jeder kennt Und dass man davon anfangen, einfach so ein bisschen für die Auszubildenden etwas mehr Sicherheit und auch für den Gesellen.
00:40:47: Die Motivation bringt das ja halt von Anfang an schon etwas produktiver mit dem Azubi arbeiten kann und dadurch natürlich noch einen besseren Start hat.
00:40:57: Das heißt vorher sind sie vom ersten Tag an auf die Baustelle und das war dann Learning by Doing Klemies, die es da gibt.
00:41:08: Und jetzt habt ihr so eine Art Einführungswoche gemacht damit, wenn sie dann zur Baustelle gehen oder auf die Baustellen gehen schon ein ganzes Stück Fitter sind?
00:41:17: Ja, ganz genau!
00:41:18: Also wir versuchen natürlich hier auch wirklich ständig Schulungen für unsere Mitarbeiter durchzuführen.
00:41:23: also das kann Qualität liefern, wenn man weiß was gefordert ist und wie Qualität überhaupt auszusehen hat.
00:41:30: Und deswegen haben wir uns das hier wirklich auf die Fahne geschrieben.
00:41:33: Das gesamte Personal ist nicht nur den Auszubildenden, also es geht wirklich vom Auszubilde bis zum Meister ständig weiterzubilden und zu gucken dass wir immer auf dem neuesten Stand bleiben.
00:41:43: Wie viele Auszubillende habt ihr?
00:41:45: Also wir haben jetzt eigentlich vorgenommen, dass wir pro Ausbildungsjahr fünf Auszubilder haben.
00:41:49: Dass wir so ein bisschen für die Zukunft, dass Wir halt wirklich ständig fünfzehn auszubildende durch alle drei Jahre haben.
00:41:56: Dieses Jahr hatten wir extrem viele Praktikanten, also auch mehr als je zuvor die wirklich mal einen Einblick in unseren Beruf und Betrieb haben wollten.
00:42:06: Es hat extrem gut geklappt.
00:42:07: Auszubildende haben war bis dato für dieses Jahr auch schon drei Stück könnten aber wie gesagt noch zwei Stellen aktuell besetzen Und hoffen dass sich da jetzt vielleicht noch der ein oder andere bewerben wird.
00:42:19: Was sagst du den Kollegen über die Jugend von heute schimpfen?
00:42:25: Ich glaube, dieses Phänomen hat es schon immer gegeben.
00:42:27: Also das ist nicht nur heute.
00:42:28: Das war zu meiner Generation schon wahrscheinlich auch die Generation meiner Väter.
00:42:34: Wir haben halt immer eine Generation Wechsel.
00:42:37: Es ist immer irgendwie dass die jüngere Generation anders ist etwas anders macht.
00:42:41: also ich würde die jungen Generation jetzt nicht irgendwie als fauler oder sonstiges beschimpfen was sich als riesen Vorteil sehe ... irgendwie auf eine Generation aktuell natürlich schon digital aufgewachsen sind.
00:42:54: Das heißt also, für die ist es mal Content kreieren, also Videos drehen und dann irgendwo vorbereiten aufbereiten... Ist ja bei denen wirklich Alltag.
00:43:04: genauso jetzt irgendwie Prompten und mittels KI Lösungen finden sich YouTube-Videos angucken und das ist natürlich ein riesengroßer Vorteil.
00:43:13: Also wir machen bei uns ganze Baustellen, Dokumentation alles digital stellen die ganzen Informationen unserer Mitarbeiter digital zur Verfügung.
00:43:21: Und da es natürlich, wenn man dann auszubildenden hat der vielleicht auch dem einen oder anderen Altgeselber mit unterstützen kann Sachen mit raus suchen kann ist das natürlich schon ein riesengroßer Vorteil.
00:43:30: Was ist dir bei einem Bewerber oder Bewerborin für einen Ausbildungsplatz wichtig?
00:43:38: Zuverlässigkeit also.
00:43:39: für mich ist wirklich das allerwichtigste die Zufallessigkeit Also, dass man wirklich morgens pünktlich auf der Arbeit erscheint.
00:43:46: Dass wenn man nicht kommt, wenn man jetzt ein Krankes oder so rechtzeitig Bescheid gibt und sich abmeldet und das Handwerk... Ja, man muss natürlich ein handwerkliches Geschick mitbringen und muss als Dachdecker auch schwindelfrei sein.
00:44:00: aber da bekommt man handwerkelijk noch sehr viel beigebracht.
00:44:05: Und die Motivation setzt sich eigentlich voraus dass jemand ja der Ausbildung machen möchte, sich auch für uns entschieden hat.
00:44:11: Dass er die richtige Motivation mit an den Tag legt.
00:44:14: Und das klappt doch mit der Zuverlässigkeit?
00:44:17: Ja also ich sage mal im Großen und Ganzen schon.
00:44:19: Doch muss man schon sagen.
00:44:20: Also wir versuchen natürlich schon wie gesagt bei unserem Betrieb ist einfach die Zufallässigkeit von so einer Betriebsgröße extrem wichtig.
00:44:26: und ich sag mal gerade immer irgendwo eine größere Baustelle bedienen und man fährt halt irgendwie morgens früh mal mit fünf oder sechs Leuten zu einer Baustell und einer kommt dann irgendwie zehn Minuten später und das restliche Team muss dann hier warten.
00:44:36: Das geht natürlich nicht.
00:44:38: Deswegen, also muss ich sagen, klappt hier aber wirklich erstaunlich gut.
00:44:42: Du bist Unternehmer!
00:44:43: Du bist ehrenamtlich Engagierter und Familienvater du hast zwei Kinder, Junge und Mädchen.
00:44:52: Wie bekommst du das alles unter den allen großen berühmten Hut?
00:44:58: Ja sich hatte vor ein paar Jahren mal einen Herbenrückschlag gesundheitlich wo ich eine schwere Herzmuskelentzündung hatte und auch auf der Intensivstation lag ist noch sehr verschleppbar Und das war so ein bisschen der Wegruf, das Wachrück rütteln.
00:45:13: Da war meine Frau gerade mit unserer Tochter im ersten Kind durchschwanger und man kennt es als Selbstständiger.
00:45:20: also ich bin ein Workaholic.
00:45:21: Ich liebe meine Arbeit!
00:45:22: Das macht mir wirklich viel Spaß und wenn ich könnte würde ich wahrscheinlich noch viel mehr arbeiten Nicht weil ich es muss, sondern einfach weil ich's gerne mache.
00:45:30: Und ich hab in der Vergangenheit oftmals siebzig-achtzig Stunden pro Woche gearbeitet.
00:45:34: also eigentlich habe ich mein Leben lang immer samstags mitgearbeitet und bin sonntags dann irgendwo noch ins Büro gegangen, hab noch die Restarbeiten gemacht... ...und als ich dann im Krankenauslag gemerkt haben war natürlich nie krank.
00:45:46: wenn ich krank war hab ich irgendwelche Medikamente genommen damit ich weiter arbeiten konnte.
00:45:50: da hat man irgendwelcher Grippemittel genommen oder sonstiges und halt einfach weitergearbeitete.
00:45:53: und das Ganze hat sich bei mir wirklich enorm gerecht und seit dem Zeitpunkt habe ich keinen Samstag mehr gearbeitet, keinen Sonntag mehr geararbeitet.
00:46:03: Ich hab jeden Tag um achtzehn Uhr Feierabend und das ist auch so dieses Abkommen was ich mit meiner Familie habe.
00:46:09: also ich bin jeden Tag irgendwo von kurz vor sieben im Betrieb bis Punkt achtzehnt Uhr und am achtzenden Uhr bin ich zu Hause und hab dann wirklich den ganzen Abend für meine Familie und das komplette Wochenende frei kann mich da komplett in meine Familie kümmern und das mir auch sehr wichtig.
00:46:24: Wie alt warst du, als du diese Herzmuskelentzündung hattest?
00:46:30: Oh, da war ich glaube ich dreiunddreißig.
00:46:33: Nun sind von sieben bis achtzehn Uhr sind auch noch mal locker.
00:46:37: elf Stunden am Tag also das ganze Mal fünf ist jetzt auch nicht die klassische dreißig-Stundenwoche die aber wahrscheinlich als Unternehmer ja auch gar nicht so möglich ist.
00:46:49: was machst Du um abzuschalten?
00:46:52: Also wenn ich bei meiner Familie bin, dann kann ich direkt abschalten.
00:46:54: Ich mach die Türe auf und dann wird schon gebrüllt.
00:46:58: Und ab dem Zeitpunkt hab' ich dann noch frei.
00:47:00: Deine Kinder sind... Ja!
00:47:01: Einmal drei- und einmal neun Monate.
00:47:04: Genau, die halten einen sehr auftrab.
00:47:08: Was hast du als Vater gelernt?
00:47:12: Was dir vielleicht auch als Unternehmer hilft und dich weiter bringt?
00:47:16: Das ist eine sehr gute Frage.
00:47:18: also mit so kleinen Kindern muss man schon sehr, sehr harte Nerven haben.
00:47:24: Muss sich das Ganze immer erst mal anhören, anhören und das diskutieren ist auf einer ganz anderen Art und Weise.
00:47:32: Ich glaube da ist man auf der Arbeit doch ein bisschen relaxter.
00:47:34: Die eine oder andere Diskussion, die spart man sich inzwischen, da brauchen wir dann schon gar nicht mehr mit anfangen.
00:47:39: und ja... Da hat man dickeres Fell bekommen!
00:47:44: Wir haben über KI- und Digitalisierung viel gesprochen.
00:47:49: Für mich sieht das ein bisschen so aus, als ob gerade so eine Art Revolution im Gange ist.
00:47:54: Da bleibt wahrscheinlich nicht mehr wirklich ein Stein auf dem anderen.
00:47:59: Was denkst du?
00:48:00: Wie wird dein Betrieb in zehn Jahren aussehen?
00:48:04: Auch mit einer sehr gute Frage.
00:48:05: also wenn ich jetzt mal zurückblicke auf die letzten zehn Jahre Das Dachdeckerhandwerk als solches, also ein eigentliches Handwerk hat sich nicht sonderlich geändert.
00:48:16: Also müssen wir was mehr isolieren aufgrund der entsprechenden Verordnungen.
00:48:21: aber im Grunde genommen an Dämmungen wird das Rad nicht neu erfunden an Materialien und Werkstoffen.
00:48:28: An Werkzeugen gibt es jetzt nichts super super neues auf dem Markt.
00:48:33: die Arbeitsweisen haben sich kaum verändert aber die Arbeitsweise im Büro.
00:48:37: Das ist überhaupt nicht mehr zu vergleichen, das ist ein riesengroßer Unterschied wenn man jetzt da in den letzten zehn Jahren mal Revue passieren lässt vom Zettel und dem Aufmaßbuch hingehen zur Drohne die eine Punktwolke erzeugt und das komplette Gebäude automatisch vermisst.
00:48:55: ich denke wenn es so weitergeht in den nächsten Jahren werden wir im Büro immer weniger Personal benötigen.
00:49:03: Der wesentliche Punkt von den Handwerksbetrieben wird sich wirklich wieder auf die Baustelle verlagern, ich meine Prozesse werden immer wichtiger aber ich denke dass es nahezukunft schon so sein wird.
00:49:15: Ja, ist aber meine Programme.
00:49:16: wenn ich sie richtig gepflegt habe und da richtig weiß damit umzugehen dann fahre ich zu meinem Kunden raus fliege mit meiner Drohne über das Dach drüber hab im gleichen Moment mein Angebot fertig versende das direkt wahrscheinlich noch vor Ort an den Kunden Kann das Ganze dann nochmal mit dem Kunden besprechen, kann ihm da natürlich auch viele Videos etc.
00:49:37: zu geben, muss kaum noch im Büro nacharbeiten.
00:49:41: Wenn der Kunde seinen Auftrag vergibt, dann wird der ganze Prozess automatisiert sofort erstellt.
00:49:47: Das Material wird automatisiert zum Zeitpunkt wo es losgeht bestellt.
00:49:53: also ich glaube dass da eine ganze Ecke möglich ist und dass da noch einiges in den nächsten Jahren Automatisation auf uns zukommen wird.
00:50:03: Das ist der Bürobereich im weitesten Sinne, der Prozessbereich.
00:50:08: Auf der anderen Seite sprechen wir über Exoskelette, wir sprechen über Aufzugsysteme also auch über Klimawandel mit den Auswirkungen aufs insbesondere aus Dachdeckerhandwerk.
00:50:24: Was erwartest du da noch?
00:50:26: Der Beruf wird körperlich einfacher Frage zu, also leichter oder Eher nicht?
00:50:36: Also inzwischen ist es so, dass ja schon jedes Unternehmen meist ein Kran im Einsatz hat.
00:50:41: Das heißt wir versuchen halt wirklich die Mitarbeiter körperlich immer mehr zu entlasten.
00:50:46: Wahrscheinlich wird es irgendwann also wenn's wirklich mit diesen Kitzeperiode so weitergeht wird es wahrscheinlich irgendwann darauf hinauslaufen, dass wir wie in anderen südlicheren Ländern eine größere Mittagspause einlegen müssen und dann die Arbeitszeiten wirklich auf den Vormittag- und spätnachmittag bis in den Abends hinein verlagern werden.
00:51:04: Also dass die Arbeitszeit nachdem entsprechend nochmal etwas angepasst werden müssen natürlich ja die Hilfsmittel immer weiter einzugewehren also Exoskelette interessieren mich auch sehr.
00:51:14: da denke ich wenn wir auch noch mal Versuche bei uns im Betrieb durchführen ob das vielleicht für die einen oder anderen Arbeiten noch Sinn ergibt, wird es mit Sicherheit auch noch in den nächsten Jahren die eine oder andere Änderung von Materialien geben bzw.
00:51:30: der Verarbeitung der Materialien aber es wird nicht so einen großen Einfluss haben wie die arbeitenden Büro.
00:51:38: also da denke ich schon dass wir durch diese ganzen... Das merken wir natürlich auch, wir sprechen ja immer über den Fachkräftemangel und man muss natürlich schauen Ressourcen, also den Personal die man zur Verfügung stehen hat möglichst effizient arbeitet.
00:51:51: Und dahin gehen natürlich die Prozesse immer weiter optimiert, Fehlzeiten irgendwo möglichst vermeidet und da halt wirklich ganz genau... Also wir werden versuchen unsere Baustellen genauso auszuwerten.
00:52:04: das würde aber zukünftig auch so sein dass wir die Mitarbeiter immer mehr auswerten können Und dass man dann schon irgendwo merkt, welcher Mitarbeiter bei welchen Temperaturen etc.
00:52:12: gewann wie wo vielleicht öfter krank ist und dann irgendwo schaut das man denen dann diese Mitarbeiter zu diesen Zeiten entlastet beziehungsweise vielleicht andere Aufgaben zuteilt die dann körperlich nicht so belasten sind.
00:52:27: da denke ich wird es auch noch einige Möglichkeiten in den nächsten Jahren für uns geben.
00:52:32: Welche Ziele hast du persönlich noch?
00:52:37: Also ich bin natürlich hier noch nicht am Ende mit meinem Unternehmen, also möchten nach wie vor weiter wachsen.
00:52:43: Und ja, ich möchte schon schauen dass unsere Prozesse noch weiter optimiert sind, dass ich vielleicht auch irgendwann nicht mehr bis achtzehn Uhr arbeiten muss sondern vielleicht irgendwie ein stündchen eher nach Hause komme und das ist aber unsere Prozess weiterhin so gut und reibungslos laufen.
00:53:02: Mein Team ist zufrieden, das ist immer die Hauptsache.
00:53:04: also was ich wirklich zufriedene Arbeitnehmer habe auch mein Team im Büro was er maßgeblich mit an dem Erfolg beteiligt ist dass es denen entsprechend gut geht.
00:53:16: wenn heute ein achtzehn neunzehnjähriger vor dir steht und sagt er denkt drüber nach ins Handwerk zu gehen sich später vielleicht mal selbstständig zu machen einen Betrieb aufzubauen oder zu übernehmen Was würdest du ihm raten?
00:53:31: Auf jeden Fall der richtige Weg, also definitiv.
00:53:34: Ich merke es jetzt immer mehr dass die größeren Betriebe haben natürlich eine ganz andere Marktposition und die kleineren Betrieben haben sie wie gesagt immer schwieriger.
00:53:44: deswegen ist es wahrscheinlich eher ratsamer vielleicht auch einen größeren betrieb erst mal anzufangen vielleicht da wenn es um die Möglichkeit gibt auch ne Übernahme mit anzustreben.
00:53:55: Man muss halt nur beim Klaren sein, wenn man sich von null an selbstständig macht.
00:53:59: Muss man bereit sein in den ersten zehn Jahren auch wirklich viele, viele Stunden zu arbeiten und auch wirklich deutlich mehr zu arbeiten als es sonst der Fall ist?
00:54:10: Es gibt solche und solche.
00:54:13: Es gibt vielleicht den jungen Meister, der sagt so ich habe natürlich den Meister gemacht damit ich nicht mehr ganz so viel und ganz so hart arbeiten muss und möchte meine fünfzigstunden Arbeitswoche haben.
00:54:24: Der ist wahrscheinlich als Bauleiter oder irgendwo Projektleiter, sonstige im großen Betrieb sehr gut aufgehoben.
00:54:31: Und dann gibt es wahrscheinlich auch die Jungs, die halt wirklich richtig motiviert sind und die sagen, ich möchte gerne ... Mir ist das jetzt erstmal egal.
00:54:39: Mir macht der Job einfach als solches extrem viel Spaß.
00:54:41: Das ist keine Belastung für mich.
00:54:44: Da ist dann wahrscheinlich die Selbstständigkeit genau der richtige Weg.
00:54:47: Letzte Frage!
00:54:48: Unser Podcast heißt Meisterstücke?
00:54:52: Was war dein ganz persönliches Meisterstück?
00:54:55: Ein Projekt, eine unternehmerische Entscheidung oder vielleicht was ganz anderes?
00:55:01: Ich glaube das ist mein Gesamtkonstrukt.
00:55:03: Das ist mein Lebenswerk und meinen Betrieb den wir hier aufgebaut haben.
00:55:07: Klar es geht nur mit dem Team dahinter aber das ist wirklich das wo ich am meisten sehr stolz darauf bin auf das was wir hier geschaffen haben mit dem team zusammen.
00:55:18: Das is mein Meisterwerk.
00:55:20: Felix Woll Unternehmer, Visionär.
00:55:24: Manchmal auch Kaot hast du selbst gesagt vor allen Dingen aber ein Handwerksmeister, ein Handwerksunternehmer mit Leib und Seele der sein Beruf lebt und für sein Unternehmen und zunehmend auch für seine Familie lebt.
00:55:41: Vielen vielen Dank dass wir da sein durften!
00:55:43: Vielen vielen dank fürs Gespräch.
00:55:46: Danke schön Das war Meisterstücke der Podcast der Kreishandwerkerschaft Niederrhein.
00:55:51: Und wenn es dir gefallen hat, empfiehle uns gerne weiter und abonniere unseren Podcast damit du keine Folge mehr verpasst!
00:55:58: Super wäre natürlich auch eine positive Bewertung oder Rezension – darüber würden wir uns riesig freuen.
00:56:06: In diesem Sinne vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Meister-Stück Tschüss.
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