Folge 1 – Die Glücklichmacherin: Friseurmeisterin Janine Kirchmair

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Und ich freue mich sehr, dass wir heute einen besonderen Gast haben, Janine Kirchmair, selbstständige Friseurmeisterin aus Willich und Vorsitzende der Handwerksjunioren im Handwerkskammerbezirk Düsseldorf. Mein Name ist Georg Balzen und wir werden heute ein wenig plaudern über das, was Handwerk ausmacht und warum man sich in diesem Bereich ehrenamtlich engagiert. Schön, dass Sie da sind, Frau Kirchmair.

Vielen Dank, hallo.

Ich habe schon gesagt, Sie sind selbstständige Friseurmeisterin, Handwerksunternehmerin Wie sind Sie dazu gekommen?

Ehrlich gesagt ist mir das in die Wiege gelegt worden. Ich bin in der dritten Generation selbstständig, meine Großeltern, also immer im Uferraum schon, Friseurmeister und selbstständig. dazu bin ich dann meine Mutter und auch meine Tante mit in diese Wunschsparte reingetaucht. Und ja, wie gesagt, das ist mir in die Wiege gelegt worden. Ich hatte gar keine andere Chance. Also ich hatte jederzeit die andere Chance, wählen zu können, aber ich habe mich für diesen Beruf entschieden, das in der dritten Generation weiter zu führen. Und ich liebe und lebe meinen Beruf. Und ich kann mir nichts Besseres vorstellen. Aber es wurde mir halt in die Wiege gelegt.

Wann war für Sie klar, Sie haben dieses Friseur-Gen und es wird Ihr Beruf?

Ich habe schon ganz, ganz früh mit im Salon meiner Großeltern mitgeholfen. Also ich glaube, ich war zehn, elf, da habe ich mit im Salon gestanden und habe die Kunden, naja, verschönern kann ich jetzt noch nicht sagen, aber ich durfte halt mitwirken. Und das hat mir immer Spaß gemacht. Für mich war das auch nie eine Frage, ob ich das unbedingt machen muss, sondern das hat einfach Spaß gemacht. Und ich habe das freiwillig gemacht. Und dann habe ich mich ja dazu entschieden, mein Abitur zu machen, habe dann noch eine weitere Ausbildung im Sportbereich absolviert, habe dann aber die Entscheidung treffen müssen, was möchte ich jetzt gerne machen. Und dann war für mich schon klar, weil ich immer in diesem Beruf geblieben auch zur Schulzeit, zur Abiturzeit. Ich habe immer samstags dann gestanden und habe mitgeholfen. Und dann musste ich mich entscheiden, will ich ein Studium machen, möchte ich ein anderes Handwerk machen, möchte ich gerne in die Physiotherapie gehen. Das war für mich eigentlich die Frage. Und dann habe ich aber doch gesagt, mein Herz schlägt einfach das Handwerk für den Friseur. Und dann war ganz klar, ich gehe diesen Weg. Und dann gehe ich diesen Weg aber auch ganz gezielt von A bis Z. Also für mich war klar, ich mache meine Ausbildung, habe sie verkürzt, habe dann den Meister direkt hinten dran gehangen. Und dann habe ich aber erst mal meine Berufserfahrung woanders gesehen. Also mir war klar, ich gehe nicht in den Salon, den habe ich nicht in den Salon, ich werde auch zwar meine Ausbildung machen, aber mir war ganz klar, ich gehe woanders hin. Das habe ich auch sehr klar von meiner Tante vermittelt bekommen, die gesagt hat, du bist hier, du musst raus. Und das habe ich dann auch gewählt und war dann unterwegs, habe viel mitgenommen, bis ich dann meine Entscheidung irgendwann getroffen habe, zu sagen, ich möchte mich jetzt doch selbstständig machen. Jetzt ist der richtige Moment, jetzt ist der Zeitpunkt, jetzt bin ich nicht sicher. Jetzt möchte ich das gerne machen. Ich war immer damit, ich bin damit groß geworden. Es war für mich immer selbstverständlich und völlig normal, im Salon zu sein und mitzuhelfen. Ja, heute mache ich es aus Leidenschaft selbstständig.

Seit wann sind Sie selbstständig?

Seit April 2013. Also jetzt seit zwölf Jahren.

Was waren die größten Hürden am Anfang Ihrer Selbstständigkeit als Unternehmerin?

Also ich glaube, die größte Hürde, die ich nehmen musste, war einfach zu sagen, ja, ich mache das, ich traue mich jetzt. Ich wusste, ich habe immer einen Rückhalt meiner Familie. Ich wusste, dass ich immer irgendwie auf die zählen kann und die mich unterstützt haben und auch befürwortet, also dass die Selbstständigkeit befürwortet haben. Aber so die größte Selbstständigkeit war, selber über diese Würde zu springen, ich mache das jetzt. Also ich traue mich das jetzt. Weil es ist schon was anderes, wenn man als Selbstständiger ist und man nicht diese Verantwortung hat.

Also man kann sie für abgeben, man hat nur die Verantwortung, seine Arbeit durchzuleisten. Und mit dem Wissen, naja, da kommen ganz andere Hürden auf dich zu. Da kommt eine Buchführung auf dich zu, da kommt eine Mitarbeiterführung auf dich zu, wenn du Mitarbeiter haben möchtest oder ob du Solo selbstständig werden möchtest. Es kommen viele andere bürokratische Dinge da auf dich zu, was du sonst als Arbeitnehmer nie gelernt hast oder nie in Berührung gekommen bist. Und die plötzlich zu meistern und sich daran zu trauen, zu sagen, ja, ich mache das.

War das ein bestimmter Moment, in dem Sie gespürt haben, das ist es jetzt?

Ja, ich habe diesen Moment in meinem ehemaligen Salon, wo ich vorher gearbeitet Da gab es so kleine Momente, wo ich gedacht das ist schön und 100% auch für ein anderes Unternehmen.

Aber will ich das wirklich immer für andere machen oder will ich das für mich machen? So wie ich es eigentlich auch kennengelernt habe. Weil letztendlich bin ich ja auch in diesem selbstständigen Haushalt gekommen. Also das selbstständige Denken war bei Oma, bei Opa, bei meiner Mama, bei meiner Tante, die waren immer da. Und die haben das auch immer für mich gelehrt und in meiner Entwicklung oder in meiner Erziehung oder so immer bestärkt, Du bist selbstständig, du bist selbstständig, denkst du selbstständig, kann denn du da reagieren, du darfst Entscheidungen treffen und wenn man so bestärkt wird, dann ist das natürlich schon sehr förderlich für eine weitere, zukünftige Selbstständigkeit.

Wo gab es am Anfang weitere Unterstützung? Vielleicht über die Familie hinaus?

Ja, also die Unterstützung habe ich jetzt, wie gesagt, familiär auf der einen Seite bekommen, aber dann gilt es natürlich auch, das gehört alles zu einer Gründung dazu. Da war die Handwerkskammer in erster Linie oder die Gründerabteilung in der Handwerkskammer war natürlich ein Schritt, den ich genommen habe und habe da einen ganz, ganz tollen Betriebsberater gehabt, der mich darin begleitet hat, der mich manchmal auch ein wenig gepiesackt hat und jetzt noch mal tiefer und noch mal intensiver und guck dir deinen Businessplan noch mal genauer an. Ich bin ihm heute unglaublich dankbar, weil er da wirklich Wert darauf gelegt hat, dass er sich mit seinem zukünftigen Unternehmen auch schon frühzeitig beschäftigt und eben genau weiß, wie ist deine Absicherung. Also da war die Handwerkskammer eine riesengroße Unterstützung in dem Fall Betriebsberaterabteilung. So, jetzt, da muss ich sagen, da hat sie eine große Unterstützung bekommen.

Das heißt, sie sind nicht einfach so da mal reingestolpert, sondern sie haben das sehr planvoll und konzeptionell ausgefeilt, auch dann sind sie das angegangen.

Ich habe da noch mal was vorbereitet. Ich war immer schon sehr zielstrebig und auch sehr vorausschauend und ich habe mich immer schon sehr stark darauf konzentriert, dass ich Dinge schon gut vorbereite. Ich habe immer gedacht, die wäre schon gut, aber wie gesagt, nach so Treffen mit der Betriebsabteilung oder Betriebsberaterabteilung hatten wir mal gemerkt, da ist ja doch noch was. Ich muss mich noch mal hinsetzen und noch mal hinsetzen. Ich habe angefangen im April, bin ich wie gesagt selbstständig geworden und ich habe mich im Oktober, habe ich mich dort hingesetzt und habe das erste Treffen gehabt. Und von Oktober bis April waren regelmäßig immer wieder Treffen, Gespräche da. Ja, also so mal eben war das einfach gar nicht. Also ich finde das bewundernswert, wenn man das mal eben macht. Das liegt nicht in meiner Natur und ich kann es auch keinem empfehlen, mal eben zu machen. Ich finde, da gehört schon eine hohe Vorbereitung dazu.

Was waren so die wichtigsten Lektionen, die Sie gerade so am Anfang mitgenommen und gelernt haben? Vielleicht auch als Hinweis für andere Handwerkerinnen und Handwerker, die sich mit ähnlichen Gedanken tragen.

Den besten Tipp, den ich mitnehmen kann, ist wirklich, holt euch Hilfe. Nehmt diese Hilfe an, diese Angebote, die gemacht werden. Egal ob es von einer Kreishandwerkerschaft, von einer Handwerkskammer, von verschiedenen Institutionen, wie zum Beispiel die Handwerks-Milion. Die gibt es in den unterschiedlichsten Kammerbezirken. Also die gibt es ja nicht nur in Düsseldorf, die gibt es auch darüber hinaus. Und wenn man diese Möglichkeiten hat, schließt sich diese Organisationen an und nimmt diese Hilfe an. Die wissen zum einen, was sie erzählen. Die sind dafür da, euch zu helfen und zu unterstützen. Nur familiär würde ich nicht machen. Ich würde über den Tellerrand hinausschauen und sagen, das ist nur meine Sicherheit, die ich habe im Familienhintergrund. Aber da draußen gibt es so viel mehr, was man einfach nutzen sollte. Und es gibt mit Sicherheit noch viel mehr. Aber man muss es halt anpacken. Man muss sich damit auseinandersetzen. Man muss diesen Weg suchen.

Das heißt, Handwerkerinnen und Handwerker sind Fachleute in ihrem Beruf, in ihrem Bereich. Aber das Ganze drumherum, was zu einer Unternehmensführung und zu einer Unternehmensgründung dazugehört, das kann man dann entsprechend da erfahren.

Ja, natürlich in erster Linie gehört der Meistertitel dazu. In der Meisterschule lernt man natürlich schon mal die Grundbasis Die ist noch nicht so ausschlaggebend, dass man ein gutes Unternehmen führt. Ich glaube, das ist eine Basis, die man haben muss. Was natürlich auch von Qualität zeigt. Also die Meistertitel zeigt von Qualität und Sicherheit. Und der ist wichtig, dass man eben auch schon mal so eine Grundbasis bekommt. Den Rest lernt man aber erst mit den Jahren. Und ich muss auch sagen, in zwölf Jahren Selbstständigkeit ist immer wieder Neues dazugekommen. Und ich dachte, ach, hättest du das mal gewusst? Ach, das ist eine tolle Sache. Und wie sieht das denn aus? Ich habe da meine Fragen. Also es ist immer, Kommunikation ist da alles.

Sie haben ein Stichwort schon genannt, die Handwerksjunioren. Da sind Sie inzwischen Vorsitzende. Was sind die Handwerksjunioren genau?

Die Handwerksjunioren ist ein Netzwerk aus Jungunternehmern, die sich selbstständig machen möchten, die gerade Jungselbstständig sind oder in Führungspositionen sind und einfach Unterstützung, Austausch und Netzwerk haben möchten. Und unterm Strich haben wir alle das gleiche Ziel. Ein erfolgreiches Unternehmen haben. Also egal, ob ich als Angestellter in Führungspositionen bin, ich möchte da gerne meinen Betrieb unterstützen und voranbringen. Oder eben der Selbstständige, der sagt, ich möchte gerne erfolgreich sein. Das ist eigentlich, glaube ich, das Ziel jeglichen Handwerksunternehmers oder Unternehmerinnen. Ich denke, das ist einfach ein tolles Netzwerk, bei dem man sich austauschen kann, bei dem man Freundschaften knüpfen kann, bei dem es, wenn ich mich mit verschiedenen Kollegen unterhalte, dann ist es ganz häufig, dass man sagt, also da liegt gerade eine Schwierigkeit bei uns. Wie ist das denn bei euch? Egal, ob es Fachkräftemangel ist, Digitalisierung ist, selber Führung ist, Mitarbeiterführung ist, das sind alles Themen, die wir in den unterschiedlichsten Handwerken alle haben. Und umso schöner ist es, dass der eine sagt, naja, also bei mir läuft das gerade gar nicht. Das ist eine schöne Bestätigung, dass ich sage, okay, dann bin ich ja nicht ganz so alleine auf der Welt und es ist nur, ich bin die Einzige, die dieses Problem hat. Genauso andersherum auch, dass man sagt, boah, das läuft bei mir richtig gut und das ist total erfolgreich und ich kann das nur jedem empfehlen, hast du das schon mal ausgeregt? Nein, habe ich noch nicht gemacht. Und man befasst sich mit diesem Thema und man trifft sich drei Monate wieder und sagt, ich habe das ausgeregt, das ist super, warum konnte ich das vorher noch nicht? Warum wusste ich das denn? Also dieses Netzwerken austauschen, mal positiv wie negativ, mal yes, ist alles super gelaufen und es macht total Spaß bis hin zu das ist völlig in die Hose gegangen. Also ich denke, das ist das, was die Junioren ausmacht. Wir haben alle Spaß und Freude am Handwerk. Wir lieben unser Handwerk und das tun.

Jetzt bin ich junger Handwerker, also ich bin Team zwei linke Hände, von daher wird das nie passieren und jung schon mal gerade gar nicht mehr. Wie komme ich an die Handwerkssenioren?

Ganz einfach, also wenn man sich mit den Fährkern ein wenig beschäftigt, muss man nur mal auf der Handwerkskammerseite schauen. Da kann man die Handwerkssenioren in erster Linie auf irgendeinem Button erkennen und die Verlinkung sehen. Dann gibt es natürlich aber auch, da sind wir bei Social Media, bei den Handwerkssenioren, die sind ganz stark vertreten auf Social Media, auf Instagram, auf Facebook. Ansonsten einfach mal im Betrieb nachfragen. Vielleicht ist ja der Chef schon bei den Handwerkssenioren und sagt, Mensch, wie ist das denn?

Kann ich da vielleicht auch mitmachen? Ich würde gerne ein bisschen mehr mit reinbringen. Also Kommunikation ist alles, aber vorhanden und sichtbar sind wir schon. Das muss ich sagen. Gibt es da eine Altersgrenze oder warum heißt das Junioren?

Naja, in erster Linie sind wir ja dafür da, für junge Unternehmer, also Junghandwerker. Menschen, die sich gerade jung neu gründen, aber eine Altersbeschränkung haben wir nicht. Ich glaube, das zeigt ganz klar, ohne ihm was zu wollen. Und der Handwerkscover-Präsident, der Herr Egert, ist ja immer noch Juniorenmitglied und ist da auch ganz aktiv uns am unterstützen.

Also Altersgrenze gibt es nicht. Und wir hoffen auch noch, dass er lange, lange, lange bei uns bleibt und auch noch lange uns unterstützt. Und seinen Namen auch mitgebt.

Sie sind nicht nur bei den Handwerksjunioren ehrenamtlich aktiv, sondern auch in der Innung als Lehrlingswachtin. Dann gehe ich mal davon aus, Sie haben in Ihrem Betrieb genug zu tun. Warum dieses ehrenamtliche Engagement? Weil es einfach Spaß macht, etwas zu bewirken.

Ich bewirke zwar jeden Tag in meinem Salon, dass die Kunden und Kunden da glücklich und zufrieden rausgehen. Und das ist ein tolles Feedback, das man bekommt. Aber es ist halt auch toll, wenn man junge Menschen nochmal anders begleitet. Und deswegen habe ich mich dazu entschieden, auch Vorstandsarbeit zu leisten, weil man etwas bewegen kann. Nur in meinem Salon hätte ich das nicht bewegen können. Und deswegen habe ich mich dazu entschieden, diese Vorstandsarbeit zu machen. Und dann auch als Lehrlingswarten, auch im Prüfungsausschuss mit zu sein. Das ist alles Arbeit, das ist viel da die Zeit drauf, das ist alles. Auch manchmal ein wenig anstrengend, aber wenn man sieht, was unterm Strich dabei rauskommt. Und es kommt so viel dabei raus, es kommt Dankbarkeit dabei raus. Es kommen lächelnde Gesichter, es kommen auch so Dinge, warum ich heute hier sitze, dabei raus. Wo ich sage, toll, das ist schön, wenn man sich dafür interessiert, was ich mache, was ich gebe. Das ist auch ein tolles Feedback, eine tolle Bestätigung, wo ich mich wohlfühlen kann und lächeln kann. Deswegen mache ich diese Dinge.

Wie sieht so ein normaler Tag bei Ihnen aus? Wie viele Stunden hat er?

Manchmal wünschte ich mir auch, der Tag hätte nicht nur 24 Stunden, aber dann wüsste ich auch, wenn der Tag mehr Stunden hätte, dann wäre er genauso vollgepackt wie jetzt auch. Ich habe schon meine Prioritäten. Ich bin zu 100% Mama und das nehme ich mir auch diese Zeit. Und diese andere Zeit, da habe ich Gott sei Dank eine sehr verständnisvolle Familie, die mich auch in allem unterstützt und auch immer wieder pusht und sagt, mach das, ist eine super Sache. Also da bin ich sehr, sehr glücklich. Auch meine Kinder, ich liebe meine Kinder und auch die sagen, Mama, das machst du schon. Also wenn die sagen würden, Mama, das finde ich voll doof und das ist nicht das Richtige und ich will bemissen mich und so, dann würde ich sofort zurückschrauben. Aber solange meine Kinder sagen, ach, du bist ja wieder da, wer ist denn heute alles da, dann weiß ich, alles ist gut. Und da geht, wie gesagt, jede Menge Zeit drauf. Ich kann gar nicht in Summe zählen, weil das einfach so Dinge, die laufen nebenbei. Die laufen während des Arbeitens, dass ich mir Gedanken mache. Ich beantworte während der Arbeit noch E-Mails oder Anfragen oder so. Das läuft schon noch nebenbei und viel läuft natürlich auch nochmal nach Feierabend oder gerne auch morgens vor der Arbeit. Also wenn man dann um fünf Uhr morgens aufsteht, dann hat man schon mal bis um sechs, wenn die Kinder dann aufstehen, schon einen Großteil abgearbeitet. Also ja, das geht alles. Wie gesagt, es geht nichts ohne den Rückhalt der Familie. Aber irgendwie, das ist einfach so. Ich kann nicht genau sagen, ich habe keine Struktur, dass ich sage, ich kümmere mich um die Zeit für die Uni Handwerk zu hören, ich kümmere mich um den Vorstand und dann kümmere mich um die Lehrlingswartenaktion. Es läuft alles irgendwie ineinander, miteinander.

Fragen Sie uns, wie alt sind Ihre Kids?

Meine Jungs sind sieben und zehn.

Sie sind im vergangenen Jahr geehrt worden als Ikone des Ehrenamts im Handwerk von der Familienministerin, Frau Paul. Was hat diese Ehrung für Sie bedeutet? Das war eine ganz, ganz besondere Sache.

Ich habe mich, also erstmal war ich sehr überrascht dafür, weil diese Ehrenamtsdinge, die ich mache, ob es der Sport ist, den ich noch mache, ob es die Vorstandsarbeit ist oder die Handaktionierung, das sind alles Dinge, die ich einfach gerne mache. Und die sind für mich keine Arbeit, sondern das ist einfach ein Lebensgefühl. Und wenn man dann so einen Anruf bekommt und sagt, wir möchten gerne, dann ist das erstmal, ich war unglaublich überrascht darüber, dass man mich dafür interessiert, was ich da mache, weil es für mich ja eben selbstverständlich ist. Und dann da oben zu stehen und diese Ehrung dann zu bekommen, das war was ganz Besonderes für mich. Also das war unglaublich, unbeschreiblich. Also ich habe mich unglaublich gefreut und ja, es ist schon toll. Also so, ich war auch sehr stolz darauf, dass ich gesagt habe, ich muss das unbedingt auch im Salon ausstellen. Da stand eben auch, jetzt habe ich mal ein bisschen gewechselt, aber diese Ehrenumkunde, die habe ich da tatsächlich auch stehen gehabt, dass ich auch den Menschen da draußen zeigen kann. Guck mal, es ist nicht immer ein Ehrenamt, was du machst und dafür kriegst du nichts, sondern es wird gesehen, es wird wahrgenommen. Vielleicht bei dem einen oder anderen nicht in dieser Ehrung, weil es gibt so viele Menschen da draußen, die Ehrenamt ausführen. Und ohne Ehrenamt wäre viele Dinge gar nicht möglich. Da kann man stolz drauf sein, da kann man dankbar für sein.

Und jetzt habe ich das Glück gehabt, eben diese Ehrung zu bekommen und das mal wiederzubekommen. Also das war schon etwas ganz Besonderes. Wenn Sie es im Salon ausgestellt haben, wie war die Reaktion der Kundinnen und Kunden?

Die waren alle natürlich, also ich habe es mitten im Gang platziert. Jeder musste daran vorbeilaufen und jeder hat bekommen und gesagt, wow, das ist aber ganz toll. Das ist aber toll. Und dann kam man auch ins Gespräch. Ich wusste gar nicht, was machst du denn eigentlich? Und dann kam man natürlich auch so ein bisschen ins Gespräch darüber, was man denn alles macht und warum man so etwas bekommt. Und man hat die Leute dann wieder ein bisschen sensibilisiert, zu sagen, toll, dass es so etwas gibt. Und dann sag ich, ja, auch du machst doch dein Ehrenamt. Du machst doch auch an der Tafel oder du bist doch auch in einem Sportverein als Vater. Einfach so, weil es kein Sporttrainer, Fußballtrainer gibt. Ja, ja. Das ist gut so. Das ist toll so. Es wird gesehen. Es kann nicht jeder Einzelne vom Ehrenamt, dafür gibt es viel zu viele Ehrenämter. Die können nicht alle einzeln geehrt werden, aber nimm es einfach mal Es wird gesehen und man ist dankbar dafür.

Kommen wir zum Thema Unternehmensführung im Handwerk. Viele Handwerksbetriebe haben das gleiche Problem. Fachkräftemangel. Es wird immer schwieriger, Auszubildende zu bekommen, Mitarbeitende zu bekommen. Wie lösen Sie das in Ihrem Betrieb?

Social Media ist heute nicht mehr wegzudenken, um Menschen zu erreichen. Das versuchen wir natürlich auch, die Menschen zu erreichen mit Social Media.

Es ist gar nicht so einfach, die Leute zu bekommen. Klar kann man natürlich diese Tools nehmen, die alle tun zur Arbeit. Und man kann die Annonce noch setzen. Hey, hier suchen Leute. Das machen vielleicht auch einige. Aber heute ist gerade Social Media so ein tolles Werkzeug, dass viele Dinge, Mitarbeiterfindung, Unternehmenswerbung oder Social Media, egal ob das, Instagram, Facebook, YouTube, ist auch so eine Generationsgeschichte. Also, Facebook und YouTube liegen da, glaube ich, auch manchmal ganz weit auseinander. Aber das sind alles Tools, die man nutzen kann, um ein Unternehmen voranzutreiben, sichtbar zu machen und auch darüber aufmerksam zu machen, wir haben noch einen Platz frei in unserem Unternehmen. Die Unternehmen kommt zu uns.

Das heißt, das machen Sie auch alles. Also, Sie sind auf Facebook mit der Kiso Hair Lounge, so heißt Ihr Unternehmen. Sie sind auf Insta unterwegs und auf YouTube.

Instagram auf jeden Fall. Facebook ist ja damit auch ein bisschen verbunden. YouTube, muss ich gestehen, könnte mehr passieren. Also, ich bin da selber nicht so wie die Macherin von YouTube. Liegt vielleicht einfach an meinen Ehrenämtern und zweifache Mama. und Familie dahin, dass ich noch YouTube bedienen kann. Und ich jetzt habe gesagt, gar nicht bedienen kann. Das überlasse ich dann doch lieber der jüngeren Generation. Die ich gerade nicht so aktiv in meinen Generationen habe. Aber, alle Tools haben wir auf jeden Fall, die vorhanden sind. Aber ich habe gesagt, hauptsächlich nutzen wir Instagram als großes Tool. Dann gibt es natürlich noch ganz andere Dinge. Man kann sich bei der Handwerkskammer melden und dann sagen, hey, wir bieten einen Ausbildungsplatz.

Bei der Kreishandwerker-Kunderschaft gibt es eben auch ein Tool.

Das machen Sie selbst?

Ja. Ja. Also, das selbstunständig. Das überlässt das Unternehmen mir, dass ich mich dort eben anmelde, dass ich nicht, dass ich dort die Texte für schreibe. Dass ich auch jetzt in Zukunft, wir haben unser Thema, haben wir an unserer weiterführenden Schule so einen Azubi-Speed-Dating-Tag, das halt Unternehmen aus dem billigen Raum können sich dort vorstellen. Da sind wir dann auch sichtbar mit unserem Stand und können aufmerksam machen und Azubis werben. Also solche Dinge. Es gibt so viele Möglichkeiten. Also nicht nur Social Media, sondern eben auch aktiv vor da sein.

Würden Sie sagen, ein Handwerksbetrieb, der das nicht betreibt, hat heute schon oder in naher Zukunft große Schwierigkeiten, überhaupt noch Leute zu finden?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Unternehmen es dadurch schwerer haben. Ich will nicht sagen, dass sie da nicht erfolglos bleiben, aber ich glaube, dass es deutlich schwieriger ist, Menschen zu erreichen. Gerade in der heutigen Zeit, wenn eben viel über Social Media, über Internet läuft.

Nur Mund-zu-Mund-Propaganda funktioniert mit Sicherheit. Das ist ja auch so, dass Kunden dort kommt, wenn man sagt, Schwester meiner Freundin, deren Cousine hat. Aber ich glaube, da ist man dann schon eher ausgelöst unterwegs. Das ist heute nicht mehr Zeit genug. Da kommt man einfach nicht mehr rum.

Wie viele Mitarbeitende haben Sie in Ihrem Betrieb?

Also ich habe zwei Meister noch mitgekommen. Das sind in jedem Fall meine Mutter und meine Tante. Dann habe ich eine wunderbare Gesellschaft mit dabei. Ich habe eine Auszubildende im zweiten, also die kommt jetzt ins zweite Lehrjahr. Und ich habe zum ersten Mal gestartet eine neue Auszubildende, ein männlicher Part mit drin. Das freut mich sehr, dass wir auch einen männlichen Part wieder mit dem Fusselhandwerk haben. Und wir begrüßen dürfen. Und wenn es gut läuft, das werden wir dann jetzt sehen, dass wir sogar noch eine zweite Auszubildende im ersten Einstelle einstellen.

Und die sind tatsächlich über diese Tools dann auch zu Ihnen gekommen oder wie haben Sie die gefunden?

Unsere Gesellin hat sich gemeldet über unsere Homepage. Sie hat gehofft und geschaut, wie gibt es man da. Also sie hat über den integrieren Gesellen gesucht. Auf der Homepage kann ich im Übrigen den digitalen Zwilling von Janine sehen.

Richtig, ja. Am Anfang ein bisschen spooky, meinen digitalen Zwilling zu sehen. Aber ja, auch das ist der zahme Zeit, dass wir uns weiterentwickeln müssen und auch moderner werden müssen. Und wie gesagt, ihr habt uns über die Homepage gefunden. Ihr habt gesagt, dass ihr euch gefallen, ich will euch kennenlernen.

Auszubildende hat uns über die Mundpropaganda gefunden. Und der EMAT hat uns gefunden, auch über Social Media, also nicht Social Media, sondern auch über Google. Also Google und unsere Homepage. So hat er uns gefunden. Und das Anne, wie das letzte Bewertungsgespräch, das jetzt noch aussteht, die hat uns gefunden über eine Kollegin. Also auch da, wobei hinaus ist, der Austausch unter uns Kollegen, auch da wieder das Thema Netzwerk. Es ist ganz wichtig, dass wir uns unter Kollegen auch austauschen können. Sie hat gesagt, melde dich doch einfach mal bei Ihnen. Also alle Tools habe ich bedient.

Wir sind in einer sehr schnelllebigen Zeit unterwegs. Dinge verändern sich sehr schnell. Auf welche Veränderungen sollten sich Handwerksbetriebe einstellen, aus Ihrer Sicht?

Ja, die Zeit, die dreht sich wirklich schnell. Es ist viel Bürokratie und viel Digitalisierung, was gerade aktuell aufwegt. Ich glaube, wir müssen einfach mit der Zeit gehen und wir müssen uns immer weiterentwickeln. Und wir dürfen uns auch nicht verschließen vor diesen Dingen. Wir müssen offen dafür sein, diese Dinge zu nutzen, diese Tools zu nutzen. Auch wenn sie am Anfang ein bisschen befremdlich sind. Da ist es, glaube ich, auch dieser eigene Antrieb zu sagen, ich muss mich damit befestigen. Ich muss ja das Festigen, also mein Wissen festigen für Social Media, ob ich das jetzt nun gerne mache im privaten Bereich. Ist egal. Ich muss ja nicht privat meine Sockenfarbe heute zeigen, die ich trage, sondern ich muss aber das unternehmerisch mitnehmen und mitgeben. Also da darf ich nicht aufhören, immer daran zu arbeiten und auch mich weiterzuentwickeln. Auszutauschen, wie es über ein Netzwerk ist, austauschen über eine Handwerkskamera, die immer wieder auch neue Up-to-Dates gibt. Die Kaiserhandwerkerschaft über die Mitgliedschaft in Erinnerung, die ganz wichtig auch ist, um auch da aktiv zu sein und aktiv zu bleiben.

Das ist, glaube ich, das Wichtigste, aktiv zu bleiben. Welche Vision haben Sie für Ihr Unternehmen?

ich meine Oma mit 94 oder fast 94 ist sie geworden, immer noch die pure Leidenschaft und Freude und Spaß an diesem Handwerk behalte. Und mich da auch noch mit gesund und munter und frisch und lebendig auch noch mit, wenn es dann so ist, mit 94 in diesem Salon sehe. Aber immer noch mit diesem nötigen, ich ziehe mich zurück, ich lasse die jungen Leute lieber machen. Aber trotzdem, dass ich diesen Spaß und diese Freude und diese Leichtigkeit in meinem Beruf, dass ich die nicht verliere und mich da so sehen kann. Ja, ich kann toll, ich kann glücklich und zufrieden zurückblicken auf eine wunderbare, spannende, vielfältige Zeit, die mich einfach erfüllt hat.

Die Oma hat im Übrigen den Eisernen Meisterbrief bekommen für 65 Jahre Meisterschaft im Friseurhandwerk. Ja, das war schon eine besondere Auszeichnung.

Ich finde auch, das ist auch so eine Wertschätzung, ein Mensch, wenn sie über der, also sie war ja jetzt nun wirklich noch aktiv. Also sie hat jetzt nicht nur Kunden bedient, wie man sich das jetzt heute vorstellt, wie man am Kunden steht. Aber sie war immer noch aktiv und hat entweder ein Schwätzchen gehalten und hat uns dann noch ein bisschen Zeit eingeräumt. Oder sie hat gesagt, ich dreh schon mal die Hügel raus. Das war schon was Besonderes, deswegen hat sie diesen Eisernen Meisterbrief auch richtig verdient. Die hat den wirklich verdient, weil sie mit Liebe, Leidenschaft und Herzblut einfach bis zum Ende dafür gestanden hat. Das ist was Besonderes. Ich finde das auch im Übrigen besonders, dass man überhaupt solche Auszeichnungen macht. So lange in einem Beruf zu sein, wo ja die Zeit heute sowieso so vielseitig ist und auch so schnelllebig ist, dass man trotzdem sagt, ich war 65 Jahre in einem Beruf drin und habe nicht nur ein bisschen wie hier und ein bisschen da und bin vielleicht eine Influencer geworden, sondern sie hat ja wirklich 65 Jahre da gestanden und in diesem Friseurberuf gelebt.

Was war Ihr schönstes Erfolgserlebnis als Unternehmerin?

tägliches Geschenk ist, am Ende des Tages dazu stehen zu sagen, was für ein toller Tag war es. Ich habe einen tollen Tag mit meinem Großargentin gehabt, ich habe einen tollen Tag mit super Kunden gehabt, ich habe viele tolle Rückmeldungen bekommen, viele lächelnde Gesichter habe ich rausgegeben gesehen und das ist für mich das größte Geschenk, wo ich sage, das ist ein Erfolg für mein Unternehmen. zufriedene, glückliche Kunden, Mitarbeiter, Familienmitglieder, mein Erfolg.

Janine Kirchmeier, die Glücklichmacherin?

Ich versuche es im besten Fall, versuche es, gebe ich alles, weil das, wenn ich andere Leute glücklich machen kann, bin ich selber glücklich.

Was sind aus Ihrer Sicht die drei wichtigsten Eigenschaften, die Handwerksunternehmerinnen und Unternehmer stark machen?

Man muss mutig sein, einen Schritt zu gehen. Man muss den Ehrgeiz haben, Dinge anzupacken und dann auch das Durchhalten verlegen. auch umzusetzen und durchzuhalten und egal ob es die, also es ist ja, wie das ist ein Leben, das gibt immer Auf und Abs. Es gibt immer mal Bestzeiten und es gibt mal wieder Flauten. Und da dieses Durchhalteverleben auch zu haben, weiterzumachen und nicht aufzugehen, den Mut zu haben, weiterzumachen und auch diesen Ehrgeiz eben zu haben, weiterzumachen. Das sind, glaube ich, Mut, Ehrgeiz und Unternehmerverleben. Ich glaube, das sind drei wichtige Punkte. Es gehört sicherlich noch ganz viele andere, aber die drei wichtigsten Punkte, die führen schon zum Erfolg.

Was tun Sie, um zu entspannen?

Ja, das tue ich zum Entspannen. Ich liebe meinen Sport. Ich liebe es, schwimmen zu gehen. Also ich glaube, beim Schwimmen kann ich unglaublich gut abschalten, weil ich mich mehr darauf konzentrieren muss, Luft zu holen, als zu überlegen, was muss ich morgen noch und welche E-Mails muss ich jetzt noch beantworten. Schwimmen gehen ist eine super Sache, da kann ich sehr gut abschalten, wenn es sich um mich körperlich dreht und auch mental geht. Und ansonsten Zeit mit meiner Familie zu beginnen. Ich glaube, die schönste Zeit ist einfach, wenn man so unbeschwerte Kinder da rumspringen hat und die einfach auch ein Lächeln zaubern, die einfach alles vergessen lassen. Und das ist für mich meine Auszeit und meine Gesundheit und meine, ja, dass ich Energie tante.

Haben Sie als Vorsitzende der Handwerksjunioren eine Botschaft für selbstständige Handwerkerinnen und Handwerker?

Habt den Mut, traut euch etwas anzupacken. Ihr seid nicht alleine da. Ihr habt so viele Möglichkeiten zum Netzwerken, euch Hilfe zu holen, Unterstützung zu holen. Es gibt immer wieder ganz viele Kollegen da draußen, die auch darauf warten, euch helfen zu können. Und deswegen einfach machen, sich trauen. Aber immer noch mit dem, also bewusst zu trauen. Also nicht einfach nur, ich mache mal einfach irgendwie, wird schon gut gehen. Sondern wenn man sich traut, also wenn man den Mut hat, sich zu trauen, den Ehrgeiz hat, das durchzuhalten und das Durchhaltevermögen hat, dann sich die Leute suchen, die man zusammen anpacken kann, dann wird es was werden.

Man findet Sie auf Instagram, auf Facebook, sowohl Sie mit Ihrem Unternehmen als auch die Handwerksjunioren. Wir verlinken das in den Shownotes, damit auch viele Menschen Sie finden und ansprechen können. Ich bedanke mich sehr für das Gespräch. Wir sind sehr gespannt, wie es mit Ihnen dann auch ehrenamtlich weitergeht. Sie haben es schon angesprochen. Ein sehr aktiver Handwerksjunior aus der Vergangenheit, der auch heute noch bei Ihnen Mitglied ist, ist heute Präsident der Handwerkskammer. Wir sind gespannt. Vielen Dank, Janine Kirchmair.

Ich danke.

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